DB – Ruiniert und reif für die Börse

Damit das gesellschaftliche Zusammenleben reibungslos verläuft und die Menschen sich frei entwickeln und entfalten können, müssen einige grundlegende Strukturen vorhanden sein. Menschen können einer Arbeit nachgehen, wenn Energie, Verkehrssysteme und Kommonikationsmöglichkeiten vorhanden sind.

  1. Ein Geldsystem, das die Hortung verhindert und und den Fluss des Geldes fördert
  2. Kommunikationsnetz
  3. Brief- und Postnetz
  4. Energieversorgung (Strom, Gas, …)
  5. Entsorgung (Müll, Abwasser, …)
  6. Verkehrswege
  7. Öffentliches Verkehrsnetz

Diese Einrichtungen müssen flächendeckend verfügbar und günstig sein. Darauf aufbauend können die Menschen dann Dienstleistungen und Produkte anbieten. Über Steuern ließen sich die genannten Basiseinrichtungen weitgehend finanzieren – währe da nicht Punkt 1 bereits schadhaft: Das Geldsystem. Das Geldsystem gehört nicht der Allgemeinheit, sondern wenigen Privatpersonen. Die Großen Zentralbanken wie EZB und FED sind private Institutionen. Die Allgemeinheit hat also keinen Einfluss auf die Art des Geldsystems, sie ist aber dennoch weitgehend gezwungen, dieses zu verwenden. Nun erzwingen die gängigen Geldsysteme jedoch eine exponentiell wachsende Verschuldung, durch Zins und Zinseszins. Aus diesem Grund kann der Staat das Geld, das er über Steuern einnimmt nicht gänzlich in Projekte investieren, die den Steuerzahlern wieder zugute kommen, sondern muss das eingenommene Geld nehmen um die Zinsen der Schulden zu tilgen. Das Tilgen der Schulden selbst ist gänzlich aussichtslos … unmöglich. So müssen wichtige öffentliche Einrichtungen nach und nach privatisiert werden. Kanalisationen ganzer Städte und auch die restliche Infrastruktur wird den Menschen weggenommen.

Wo das hinführt sieht man recht gut am Beispiel der Deutschen Bahn auf dem Weg zur Privatisierung.

Bahn-Chef will weg vom Eigentümer Bund

Nur so könne die Bahn für ihre weitere Modernisierung mobilisieren, sagte Bahn-Chef Hartmut Mehdorn dem Handelsblatt. Der Bund habe auf absehbare Zeit kein Geld für die erforderlichen Investitionen.[1]

Quelle: WirtschaftsWoche

Bei einem privaten Unternehmen steht nicht die kostengünstige Versorgung der Bevölkerung im Vordergrund, sondern die Renditeerwartungen der Investoren. Die Folgen der am Beispiel der Deutschen Bahn[2][3]:

  • Steigende Fahrkartenpreise
  • Unübersichtliches Preissystem
  • Stillgegung großer Teile des Streckennetzes
  • Verschlechterung des Zustandes des Streckennetzes, der Bahnhöfe und der Züge
  • Abnahme der Arbeitsplätze
  • Weniger Service
  • Monopolgewalt über das Schienennetz und damit einhergehende Diskriminalisierung anderer Eisenbahnunternehmen
  • Bund tritt faktisch alle Rechte an die DB AG ab, muss aber dennoch jährlich rund 12 Milliarden Euro für Erhalt und Neubau des Schienensystems und für den Nahverkehr bezahlen

Gewinn und Preise rauf

Auf dem Weg an die Börse hat die Deutsche Bahn ihr Ergebnis wie angekündigt deutlich verbessert. Das Versprechen, die Preise in diesem Jahr nicht zu erhöhen, hält Hartmut Mehdorn dagegen offenbar nicht ein.[4]

Quelle: Manager-Magazin

„Wir sind reif für die Börse“, sagte der Vorstandsvorsitzende Hartmut Mehdorn. Er beschrieb die Bahn als robust, verwies aber auf das schwieriger werdende wirtschaftliche Umfeld, das auch die Bahn betreffe. „Auch uns fliegen gute Ergebnisse in diesen Tagen nicht zu“, sagte Mehdorn.[4]

Quelle: Manager-Magazin

Gute Ergebnisse sind nicht – wie es zu wünschen wäre – ein besonders guter Service zu einem günstigen Preis, sondern besonders hohe Gewinne.


Weiterführende Informationen:

Bahn Privatisierung


Literaturverzeichnis:
[2]
Herzlich willkommen im Privatisierungs- Express!; http://privatisierungstoppen.deinebahn.de/channel/50.html
[3]
Sachverständige beklagen schlechten Zustand des deutschen Schienennetzes; http://privatisierungstoppen.deinebahn.de/story/04/104.html