Das weltweite Finanzsystem gerät ins Wanken

Die etablierten Systemmedien sind in der schwierigen Lage, dass sie auf der einen Seite die Menschen in Sicherheit wiegen sollen, auf der anderen Seite müssen sie aber auch die Bürger auf die auf uns zukommenden Probleme einstimmen, damit die Verwerfungen nicht zu überraschend kommen.
Nachdem das Ende des Finanz- und Wirtschaftszykluses nun so allmählich in greifbare Nähe rücken dürfte, werden die Meldungen zu den drohenden Gefahren mittlerweile doch recht deutlich formuliert. So ist in einem Online-Artikel der WELT zu lesen:

Das weltweite Finanzsystem gerät ins Wanken

Staatspleiten, Zombiezinsen, Ölschock: 2015 könnte für Sparer ein dramatisches Jahr werden. Gleich an mehreren Orten der Welt drohen Krisen. Und eine alte Formel sagt: Der Absturz ist überfällig.[1]

Quelle: Die Welt

Im weiteren Verlauf wird erklärt, dass jeder darauf setzt, dass die Wirtschaft auch in den nächsten Jahren weiter exponentiell wächst. Fest eingeplant in allen weltwirtschaftlichen und geopolitischen Kalkulationen sei beispielsweise das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes in China mit rund sieben Prozent. Doch wie soll ein ständiges grenzenloses exponentielles Wachstum in einer begrenzten Welt funktionieren? Da geht natürlich nicht und so wundert auch die Aussage nicht, dass sich „selbst hinter der Glitzerfassade der vor Kraft strotzenden Chinesen so manches findet, was bedenklich stimmt.“[1] Nun, was hier als „vor Kraft strotzend“ beschrieben ist, dürfte einfach auf der Ausbeutung von Millionen Menschen beruhen, die in bitterer Armut versinken und in ihrer Not als Sklaven in gigantischen Fabriken unter erbärmlichsten Bedingungen Waren produzieren, die dann für viel Geld verkauft werden. Mit Kraft hat das wenig zu tun. Dafür um so mehr mit Verzweiflung. Dieses viel gelobte Wachstum, diese ständigen Rekorde, kommen nur durch die Ausbeutung und Zerstörung der Umwelt und die Aufopferung unzähliger ausgebeuteter Menschen zustande. Dieses exponentielle Wachstum geht zudem einher mit einer ebenfalls exponentiell wachsenden Verschuldung. Kann dies wirklich ein zukunftssicheres Modell sein? Wohl kaum!

In einem Kommentar hat ein Leser folgende Formulierung getroffen: „Wir brauchen keine Rekorde sondern glückliche Normalität!“. Und genau dass trifft den Kern der Sache. Wir, die Menschen, brauchen kein Wachstum. Wastum ist nur nötig, um mit den Forderungen des Zinseszinssystems Schritt zu halten. Wir, die Menschen, benötigen nur so viel, dass wir genug zum leben haben und wir benötigen die Sicherheit, dass es in Zukunft auch so ist. Wenn wir heute genug haben, benötigen wir morgen nicht mehr und übermorgen nicht viel mehr. Nur das Finanzsystem erzwingt, dass die Wirtschaft jeden Tag größere Umsätze machen muss, als am Tag zuvor.

Der gesamte Artikel, der immerhin die Probleme anspricht, aber leider nicht auf die Ursachen eingeht, ist hier zu lesen:

Das weltweite Finanzsystem gerät ins Wanken


Literaturverzeichnis:
[1]
Geld – Krisen 2015 – Das weltweite Finanzsystem gerät ins Wanken; Die Welt; Daniel Eckert, Holger Zschäpitz; http://www.welt.de/finanzen/article135887122/Das-weltweite-Finanzsystem-geraet-ins-Wanken.html; 08.01.2015