Das perfekte Verbrechen

Banken schöpfen bei der Kreditvergabe Geld aus dem „Nichts“ und möchten dann durch Zins und Zinseszins noch mehr Geld zurückbekommen. Dieses zusätzliche Geld wurde bei der Kreditvergabe nicht erzeugt und gelangt nur durch weitere Verschuldung in den Umlauf. Als Sicherheit für diese absurden Geschäfte verlangen die Bankangestellten dreist und ohne mit der Wimper zu zucken gerne Zugriff auf ganz reale Güter, wie zum Beispiel eine Neubauwohnung.
Solche Geschäfte sind mindestens ein Verstoß gegen die guten Sitten, eher sogar noch verbrecherisch. In einer Sendung aus der Reihe „abenteuer forschung“, die im ZDF ausgestrahlt wurde, sagte Professor Harald Lesch dies auch ganz deutlich.


Leider sind solche Momente der Ehrlichkeit und der wertvollen Informationen bei den öffentlich-rechtlichen Sendern eher selten. Anstatt diesen ungeheuerlichen Verbrechen der Bankenwelt, die jeden von uns immens betreffen, umfassend nachzugehen und darüber zu berichten, werden Krimis, Kochshows und Fußball gezeigt. Was könnte man in dieser Sendezeit über das Finanzsystem aufklären, das die Grundlage unserer Gesellschaft bildet?
Dieses Geldsystem reißt uns in den Abgrund. Es zerstört das Leben unzähliger Menschen und macht die Ausbeutung der Ressourcen und die Verschmutzung der Umwelt lukrativ. Wenn etwas geändert werden muss, damit wir ein friedliches und nachhaltiges Leben führen können, dann ist es das Geldsystem. Dadurch wären viele Probleme unserer Zeit gelöst. Doch damit es eine Veränderung zum Guten geben kann, müssen die Menschen erst einmal informiert werden, welche Ursachen die immer deutlicher erkennbaren Verwerfungen haben und welche Alternativen es gibt. Herr Lesch hat im ZDF einen wertvollen und mutigen Schritt in Richtung Aufklärung und damit dem Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit gewagt, um es mit den Worten Immanuel Kants zu formulieren. Jetzt müsste der Sender darüber hinaus seinen Einfluss nutzen und sich noch mehr für die Aufklärung der Menschen einsetzen. Aber die Entscheidungsträger beim ZDF füllen die Sendeplätze lieber mit niveaulosen Belanglosigkeiten.
Aber kann man etwas anderes bei einer Rundfunkanstalt erwarten, bei dem man kaum die Namen der Reporter kennt, die täglich ihr Leben riskieren um aus den Krisenregionen zu berichten[1], während „Dummschwätzer“ für die Moderation von Wettshows Millionengehälter kassieren?


Literaturverzeichnis:
[1]
ARD-Journalist angeschossen – Angeschossener Reporter wieder zuhause; Frankfurter Rundschau; Hans-Hermann Kotte; http://www.fr-online.de/politik/ard-journalist-angeschossen-angeschossener-reporter-wieder-zuhause,1472596,22254926.html; 02.04.2013