Das Ende einer vermeintlich unendlichen Geschichte

Die meisten Mitbürger, mit denen ich mich unterhalten habe, sind der Meinung, dass das heutige Geldsystem grundsätzlich funktioniert. Der Einwand, dass ein zinsbasiertes Geldsystem durch das erzwungene Exponentialwachstum irgendwann an natürliche Grenzen stoßen muss, wird schlichtweg ignoriert. Einen erheblichen Anteil an dieser Denkweise dürften die weitgehend qualitätsfreien Medien haben, über die seit Jahren propagiert wird, dass die Probleme des Finanzsystems nur von kurzer Dauer und bald überwunden sind.
Dabei kann ein Geldsystem nicht lange bestehen, wenn es keinen ausgeglichenen stabilen Zustand anstrebt, sondern ein grenzenloses Wachstum erzwingt, welches permanent erarbeitet und zunehmend aufwändiger gesichert werden muss und dadurch sehr instabil ist Es muss vermehrt zu Turbulenzen kommen, die nicht abnehmen, sondern sogar immer heftiger und häufiger werden. Da hilft es auch nicht, wenn man jahrelang das Mantra wiederholt, dass das Tal bald durchschritten sei und es dann wieder mit neuer Kraft bis in alle Ewigkeit aufwärts geht. Ja, diese Aussage verliert in Anbetracht der Realität gar zunehmend an Glaubwürdigkeit. Mittlerweile können sogar die Mainstream-Medien nicht mehr ignorieren, dass dieses Finanzsystem nur noch durch häufige Kraftakte gehalten werden kann.
Über die Ablösung des zeitlich begrenzten Euro-Rettungsschirms durch den Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) wurde der geneigte Leser auch in der gängigen Tagespresse informiert.[1] Ein dauerhafter Stabilitätsmechnismus ist ein klares Eingeständnis dafür, dass der Euro nicht selbstständig existieren kann und permanent gestützt werden muss, weil er von sich zusammenbrechen würde. Nun muss sich noch die Erkenntnis durchsetzten, dass eine solche Stützung nicht kostenlos ist, sondern von den Menschen im Land erarbeitet werden muss. Jahr für Jahr … und die Kosten werden mit jedem Jahr steigen.
Mittlerweile werden schon Belohnungen für Masterpläne zur der Auflösung der Euro-Zone ausgelobt.[2]


Literaturverzeichnis: