Kapital Fehler

Kapital Fehler – Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen
Der Kapitalismus in der heutigen Form scheitert immer wieder daran, den Wohlstand fair und nachhaltig zu verteilen. In ihrem neuen Buch untersuchen Matthias Weik und Marc Friedrich, warum der Kapitalismus immer wieder zu Finanzmarktblasen und periodisch auftretenden Krisen führt. Während ein kleiner Teil der Menschen immer reicher wird, verliert ein großer Teil der Menschheit immer schneller an Lebensqualität und sozialer Sicherheit. Es zählen immer stärker die Interessen der globalen Konzerne und der Superreichen, die sich von der Realwirtschaft immer weiter entkoppeln.
Die Autoren schildern die Gefahren der unregulierten Finanzwirtschaft und zeigen auf, dass das Kapital ohne Regulierungen nicht an die für den allgemeinen Wohlstand besten Stellen gelangt. Wenn 0,1 Prozent der Weltbevölkerung darüber entscheiden, wie 80 Prozent des Weltvermögens investiert werden, kann von freien Märkten und von Wettbewerb keine Rede sein.


Titel: Kapital Fehler
Untertitel: Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen
Verlag: Eichborn
Veröffentlichung: 13.05.2016
Sprache: Deutsch
Seiten: 349
ISBN-13: 978-3847906056
Preis: 19,99 Euro

Atlas der Globalisierung – Weniger wird mehr

Atlas der Globalisierung – Weniger wird mehr
Verfolgt man die Medienberichte, könnte man den Eindruck gewinnen, dass es selbstverständlich ist, dass die Wirtschaft grenzenlos wächst. Auch wenn Kinder schon in der Grundschule lernen, dass wir mit den Ressourcen sparsam umgehen und die Natur schonen sollen, vermitteln Berichte über große Konzerne ein gänzlich anderes Bild. Es wird gejubelt, wenn Absatz und Gewinne steigen. Stagniert der Umsatz jedoch einmal oder geht er gar etwas zurück, brechen sofort die Börsenkurse ein, weil die Investoren eigentlich auch dieses Jahr wieder mit einem Wachstum rechneten. Firmensprecher und Vorstände sind dann bemüht zu versichern, dass es sich lediglich um eine kleine Delle handelt und im nächsten Jahr ganz gewiss wieder mit einem kräftigen Wachstum zu rechnen ist.
Doch niemand stellt die Frage, die man eigentlich schon in der Grundschule kennen lernt: Wie soll es möglich sein, immer mehr Energie und Ressourcen zu verbrauchen, um das Wachstum voranzutreiben, wenn der Vorrat doch begrenzt ist? Und vor allem: Wieso benötigen wir überhaupt ständig mehr Wachstum? Wir benötigen doch nicht jeden Tag mehr Smartphones, mehr Autos, mehr Häuser und mehr Essen als an den Tagen zuvor, um zu überleben.
Die Antwort ist in der Funktionsweise des Geldsystems zu finden. Der Zins als Umlaufsicherung hat zur Folge, dass Stillstand automatisch ein Rückschritt bedeutet. Die Geldmenge muss ständig ausgeweitet werden, um die Zinsen für alte Kredite bezahlen zu können. Die Folgen sind fatal.
Natürlich kann es so nicht endlos weitergehen. Doch im heutigen System ist ein Leben ohne Wachstum, Verschwendung und Umweltzerstörung nicht vorgesehen. Die Ausgabe LE MONDE diplomatique „Atlas der Globalisierung – Weniger wird mehr“ beschäftigt sich mit den Folgen des grenzenlosen Wachstumszwanges und stellt Überlegungen an, wie das Leben in einer Postwachstumsgesellschaft aussehen könnte. Auf die Kernproblematik des fatalen zinsbasierten Geldsystems und Alternativen dazu, wird jedoch leider nicht eingegangen.


Titel: Atlas der Globalisierung
Untertitel: Weniger wird mehr
Verlag: TAZ, LE MONDE diplomatique
Veröffentlichung: 28.07.2015
Sprache: Deutsch
Seiten: 173
ISBN-13: 978-3-937683-57-7
Preis: 16,00 Euro

Das nächste Geld

Das nächste Geld
Wenn Banken einen Kredit vergeben, schöpfen sie das dafür notwendige Geld zum Zeitpunkt der Kreditvergabe. Die Geldmenge steigt an. Wenn der Kredit nach einiger Zeit wieder getilgt wird, wird das Geld wieder dem Kreislauf entzogen und die Geldmenge sinkt. Allerdings muss üblicherweise nicht nur das geliehene Geld zurück gezahlt werden. Zusätzlich sind auch Zinsen zu bezahlen. Das Geld für die Zinsen wurde bei der Kreditvergabe nicht geschöpft und existiert somit nicht. Die Forderungen der Banken sind also zu jedem Zeitpunkt höher, als die verfügbaren Vermögen. Somit ist es nicht möglich, alle Schulden zu begleichen. Wie Christoph Pfluger in seinem Buch „Das nächste Geld“ anschaulich erläutert, gibt es nun zwei Wege. Eine lange und eine kurze Sackgasse.
Die kurze Sackgasse: Der Kreditnehmer verdient sich das Geld von den übrigen Wirtschaftssubjekten, die dadurch um den entsprechenden Betrag ärmer werden. Da ihr Geld jedoch ebenfalls auf Kredit basiert, werden sie gezwungen, entsprechend mehr zu verdienen. Entsteht dieses zusätzliche Geld nicht (durch neue Kreditvergabe mit entsprechender Verschuldung), ist das Ende der kurzen Sackgasse bald erreicht.
Die lange Sackgasse: Die Bank vergibt einen weiteren Kredit an einen Wirtschaftsteilnehmer und damit ist das Geld nun vorhanden, damit es der erste Kreditnehmer nutzen kann, um seine Zinsschulden zurückzubezahlen. Natürlich hat dann der zweite Kreditnehmer ein Problem und es ist nicht kleiner geworden, denn irgendwann muss ja auch der zweite Kreditnehmer seinen Kredit samt Zinsen zurückbezahlen. Das Geld ist aus dem großen Topf aber bereits wieder verschwunden, als der erste Kreditnehmer seine Schulden beglichen hat. Beim Weg der „langen Sackgasse“ sieht die Lösung nun so aus, dass die Banken einfach noch einen weiteren Kredit an einen Wirtschaftsteilnehmer vergeben, wodurch die vorhandene Geldmenge im großen Volkswirtschaftlichen Topf wieder steigt, so dass das nötige Geld für die Rückzahlung der zuvor bestehenden Schulden im System vorhanden ist. Und dann muss noch ein Kredit vergeben werden und noch einer und so weiter. Es besteht also ein Zwang zur ständig wachsenden Verschuldung.
Die zweite Sackgasse lässt sich noch ein wenig verlängern: man lässt einige Schulden einfach stehen und erzwingt nicht die Rückzahlung der Kreditsumme. So müssen die Schuldner immer nur das Geld für die Zinsen aufbringen. Kurzfristig gesehen ist die Last dann natürlich geringer. Langfristig bedeutet dies aber auch, dass natürlich so lange Zinsen bezahlt werden müssen, wie der Kredit besteht. Dadurch können die Zinslasten leicht auf ein Vielfaches der eigentlichen Kreditsumme anwachsen und theoretisch sogar unendlich hoch werden.
Dass ein solches Geldsystem, welches grenzenloses exponentielles Wachstum mit grenzenlos wachsendem Ressourcenverbrauch und der damit ein hergehenden Zerstörung der Umwelt erzwingt und die Menschen in einen ständigen zerstörerischen Wettbewerb zwingt, nicht die Grundlage für eine friedliche Gesellschaft sein kann, dürfte einleuchten. Christoph Pfluger beschreibt die Problematik sehr verständlich und stellt Überlegungen an, wie das Geldsystem beschaffen sein müsste, damit es nicht die fatalen Wirkungen hat, wie wir sie immer stärker erleben.


Titel: Das nächste Geld
Untertitel: Die zehn Fallgruben des Geldsystems und wie wir sie überwinden
Autor: Christoph Pfluger
Verlag: edition ZE!TPUNKT
Veröffentlichung: 24.08.2015
Sprache: Deutsch
Seiten: 246
ISBN-13: 978-3-9523955-3-0
Preis: 21,00 Euro

Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität

Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität
Naturheilkundliche Ansätze, wie Akupunktur oder Homöopathie zur Behandlung von Krankheiten, werden häufig belächelt und als unwissenschaftlich abgetan. Bei Krankheiten wird üblicherweise geraten, eine schulmedizinische Behandlung durchzuführen und suggeriert, hier würde (abgesehen von wenigen negativen Ausnahmen) nach streng wissenschaftliche Kriterien und neuesten Erkenntnissen gehandelt und behandelt werden.
Wie wenig seriös und wissenschaftlich die Schulmedizin aber tatsächlich ist, wird beim Lesen des Buche „Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität“ von Peter C. Gøtzsche sehr deutlich. Der Autor zeigt anhand unzähliger Beispiele auf, wie korrupt und kriminell Pharmaunternehmen, Behörden und Politiker vorgehen, um ihre Produkte auf den Markt zu bringen. Dabei handelt es sich offensichtlich nicht um unrühmliche negative Ausnahmen, sondern um ein weltweit verbreitetes System. Mitunter werden neue Medikamente extrem teuer verkauft, obwohl durchgeführte Studien zeigen, dass die Medikamente nicht besser wirken, als ältere Präparate, dafür aber mehr Nebenwirkungen haben. Wenn es dem Gewinn dient, nehmen die Verantwortlichen bei den Konzernen gleichgültig hin, dass ihre Produkte hunderttausende Menschen töten. Mit rechtlichen Konsequenzen müssen sie in der Regeln nicht rechnen.
Damit Patienten Medikamente einnehmen, die nicht besser wirken, als die bisher verwendeten Medikamente, dafür aber mehr und gefährlichere Nebenwirkungen haben und zudem auch noch deutlich mehr Geld für die neuen Mittel bezahlen, bedarf es überaus krimineller Strukturen und Vertriebswege.
Beim Lesen des Buches wird schnell deutlich, dass es in der Medizinindustrie sicher nicht um das Wohl der Patienten geht und die so sehr gelobten wissenschaftlichen Untersuchungen und Tests sind häufig eine Farce. Ein Blick in eine Glaskugel scheint mehr Aussagekraft über ein Medikament zu haben, als die gefälschten Ergebnisse in den Veröffentlichungen der Konzerne. So werden nachträglich Zieldefinitionen an die Testresultate angepasst und es werden an den Nebenwirkungen gestorbene Patienten als Betriebsgeheimnis bewertet und aus den Statistiken gelöscht. Veröffentlicht werden nur die Ergebnisse, welche für den Verkauf förderlich sind. Ärzte werden belogen, bestochen oder gar bedroht. Das Verhalten der Konzerne erinnert stark an die Machenschaften in der organisierten Kriminalität.
Möchte man solchen skrupellosen Verantwortlichen wirklich seine Gesundheit oder gar sein Leben anvertrauen?


Titel: Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität
Untertitel: Wie die Pharmaindustrie das Gesundheitswesen korrumpiert
Autor: Peter C. Gøtzsche
Verlag: riva
Veröffentlichung: 14.11.2014
Sprache: Deutsch
Seiten: 512
ISBN-13: 978-3-86883-438-3
Preis: 24,99 Euro

TIERSCHUTZWelt 07-08/2015

TIERSCHUTZWelt 07-08_2015
Viele Menschen hierzulande würden sich vermutlich als „tierlieb“ bezeichnen und man ist schnell empört darüber, wie beispielsweise in Mauretanien, einem Wüstenstaat an der Westküste Afrikas, Tag für Tag bei der Verrichtung von Arbeiten für die Menschen geschunden und gequält werden.

Aber seien wir einmal ehrlich. Werden Tiere bei uns besser behandelt? Wir leben in einem Land, in dem Zeitschriften, wie etwa „BEEF!“ in dem sich alles um den kritiklosen Konsum von Fleisch dreht als „für Männer mit Geschmack“ beworben werden, dabei dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben, dass für den Fleischkonsum Tiere gequält und getötet werden. Wo bleibt die Zeitschrift „für Männer mit Mitgefühl“, wenn wir uns doch so gerne als tierlieb betiteln? Eventuell könnte sich die Zeitschrift TIERSCHUTZWelt so betiteln. In der aktuellen Ausgabe 07-08/2015 wird auch eine Studie zu diesem Thema unter dem Titel Fleischkonsum & „Männlichkeit“ vorgestellt.

Ebenfalls berichtet wird in der Zeitschrift über die Auswirkungen der Massentierhaltung und dem notwendigen hemmungslosen Einsatz von Antibiotika, mit der Folge der Bildung multiresistenter Keime, welche die Wunderwaffe Antibiotikum stumpf werden lassen.

Milch kommt von lilafarbenen Kühen, die auf einer wunderschönen Weide stehen, so suggerierte es zumindest die Werbung. Tatsächlich kommen große Mengen der Milch von gequälten Tieren, zum beispiel aus Massenanbindehaltung. Gut, mittlerweile hat man erkannt, dass dies wenig artgerecht ist und der Trend geht nun eher Richtung „Freilauf“-Stallungen. Wirklich „frei“ sind die Tiere dort natürlich nicht. Sie können sich lediglich etwas mehr bewegen. Dennoch bleiben sie auf dichtem Raum gedrängt. Dort kommen sie sich immer wieder gefährlich nahe und so stellen die Hörner der Kühe eine Gefahr dar. Normalerweise verwenden Kühe die Hörner zur Kommunikation, zur Körperpflege und haben andere wichtige Funktionen. Darauf kann man aber keine Rücksicht nehmen, wenn man den Liter Milch für 69 Cent ins Kühlregal stellen will oder muss. Also werden die Hörner entfernt. Da die knöchernen Hornzapfen stark durchblutet und mit Nerven durchzogen sind, ist es für die Kuh natürlich äußerst schmerzhaft, wenn beim Enthornen mittels Brennstab die Blut- und Nervenbahnen durchtrennt werden. immerhin hat man festgestellt, dass man den entsprechenden Schmerzen, die dieser Prozess mit sich bringt, mit einer Betäubung entgegenwirken kann. Welche Folgen eine Enthornung für das Tier hat, spielt jedoch schon keine Rolle mehr. Hat sie vielleicht Phantomschmerzen, wie es auch Menschen mitunter kennen, denen beispielsweise ein Arm amputiert wurde? Wie sieht es mit der Körperpflege aus, wenn die Kuh sich nicht mehr Kratzen kann? Welche Auswirkung hat das Entfernen der Hörner für das Sozialverhalten? Egal, hauptsache die Milch steht für 69 Cent im Kühlregal!

Diese und viele weitere Themen werden in der Zeitschrift TIERSCHUTZWelt vorgestellt. Eine Zeitschrift für Männer und Frauen mit Mitgefühl.


Zeitschrift: TIERSCHUTZWelt
Untertitel: Magazin für tierschutzbewusste Lebensweise
Herausgeber: Dr. Hans Mosser
Verlag: Petmedia
Homepage: https://www.facebook.com/tierschutzwelt/info?tab=page_info
Veröffentlichung: 05.06.2015
Sprache: deutsch
Seiten: 66
Preis: 3,90 Euro

Neue Weltwirtschaft … ohne kriminelle Elite

Neue Weltwirtschaft ... ohne kriminelle Elite
Der Großteil der vorhandenen Ressourcen und Vermögen ist in Besitz von nur wenigen Menschen. Selbst Dinge, welche uns die Natur unentgeltlich zur Verfügung stellt, wie etwa Ackerland, kann nicht beliebig von jedem genutzt werden. Zumindest in den dicht besiedelten Gegenden ist jedes Stückchen Land bereits aufgeteilt. Die Grenzen sind abgesteckt und die Besitzer beanspruchen für sich das alleinige Nutzungsrecht. Natürlich ohne die übrige Gesellschaft im Gegenzug für deren zwangsläufigen Verzicht zu entschädigen.
Wer die Ressourcen (Land, Rohstoffe, Energieträger) kontrolliert, kann sie auch knapp halten und dadurch die übrige Bevölkerung, die darauf angewiesen ist, erpressen. Während ganz wenige Menschen durch dieses perfide System auf Basis ihrer bisherigen Besitztümer immer vermögender und einflussreicher werden, müssen die übrigen Bewohner für alles bezahlen, was sie zum Leben benötigen. Wer arbeiten möchte, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, und dafür beispielsweise eine Werkstatt benötigt, muss an die Grund- und Immobilienbesitzer Miete bezahlen. Er muss Steuern und Rundfunkgebühren abtreten. Er muss Versicherungen bezahlen, die hauptsächlich auf dem Prinzip der Ausbeutung basieren und zudem verantwortungsloses Handeln anstatt Rücksicht und Verantwortung fördern. Wenn dann nach den unfreiwilligen Abgaben noch etwas übrig bleibt, dann wird der Unternehmer weiteres Geld für Rechtsanwälte und Steuerberater ausgeben müssen, die ihm Helfen, nicht völlig die Orientierung in den Wirren der irrsinnig komplizierten Rechts- und Steuergesetze zu verlieren.
Da ist es kein Wunder, dass viele Menschen keiner sinnvollen, produktiven und eigenständigen Arbeit mehr nachgehen. Viele Menschen fristen ihr Leben mit mehr oder weniger sinnlosen Beschäftigungen (Papier beschmutzen und unnütze Formalitäten abarbeiten) in einem Angestelltenverhältnis. Jeden Monat wird dann einigermaßen zuverlässig ein Gehalt überwiesen und es spielt auch keine große Rolle, ob man wirklich produktiv war und notwendige Waren produziert hat, oder ob man einfach nur die Zeit mit dem Ausfüllen von Formularen verplempert hat (Produktion befriedigt Bedürfnisse, Beschäftigung tut das nicht). Eigenverantwortung? Oder gar die Möglichkeit, die Früchte der eigenen Arbeit zu ernten? Fehlanzeige!
Der Autor spricht viele Dinge an, die uns selbstverständlich erscheinen, die aber bei näherer Betrachtung völlig absurd und fehlgeleitet sind. Er geht auch auf die Problematik des exponentiellen Wachstumszwangs durch Zins und Zinseszins ein uns stellt Überlegungen an, was sich ändern müsste, damit wir in einer Welt leben, die nicht nur auf die Wünsche einer superreichen Elite ausgerichtet ist, sondern in der das Wohl aller Menschen eine Rolle spielt.


Titel: Neue Weltwirtschaft
Untertitel: … ohne kriminelle Elite
Autor: Thomas Masse
Verlag: Amazon
Veröffentlichung: 12.03.2014
Sprache: Deutsch
Seiten: 407
ISBN-13: 978-1497324145
Preis: 13,80 Euro

Die Überwacher – Prism, Google, Whistleblower

Die Überwacher
Das Cover der Zeitschrift ist schlicht und übersichtlich, der Inhalt der Ausgabe „Die Überwacher – Prism, Google, Whistleblower“ der Zeitschrift EDITION • LE MONDE diplomatique ist dafür sehr reichhaltig. Kurz zusammengefasst geht es in der Zeitschrift um die Überwachung der Bürger durch den Staat und durch mächtige Konzerne.
Die Artikel sind im Wesentlichen sehr informativ und aufschlussreich. Zu bemängeln ist jedoch, dass einige der Artikel durch andere Artikel unterbrochen und erst einige Seiten später fortgeführt werden. Das stört den Lesefluss enorm.


Titel: Die Überwacher.
Untertitel: Prism, Google, Whistleblower
Zeitschrift: EDITION • LE MONDE diplomatique 2015 N°16
Herausgeber: Dorothee D’Aprile, Barbara Bauer, Niels Kadritzke
Verlag: taz Verlags- und Vertriebs GmbH
Homepage: http://www.monde-diplomatique.de/
Veröffentlichung: 2014
Sprache: Deutsch
Seiten: 112
ISBN-13: 978-3-937683-46-1
Preis: 8,50 Euro

Die Bombenfunktion Zinseszins

Die Bombenfunktion Zinseszins
Man kann es nicht oft genug betonen und erläutern, wie gefährlich ein Finanzsystem ist, das durch Zins und Zinseszins zu einer exponentiell steigende Verschuldung der Menschheit führt und ein exponentielles Wirtschaftswachstum mit einhergehender völligen Ausbeutung und Zerstörung unserer Umwelt erzwingt.
Exponentialfunktionen steigen zunächst nur langsam und fast unmerklich an. Der Anstieg wird aber immer schneller und führt irgendwann in unvorstellbare Regionen. Unvorstellbar deshalb, weil wir nicht gewohnt sind mit großen Zahlen zu arbeiten. Wir verstehen sie nur schlecht und können die Bedeutung kaum einschätzen.
Die Staatsverschuldung in Deutschland stieg in den letzten Jahrzehnten immer weiter und hat heute bereits die 2000-Milliarden-Euro-Grenze überschritten. Diese Größenordnung ist kaum vorstellbar und die Verschuldung wird den Beteuerungen der Politik-Darsteller auch zukünftig weiter steigen. Diese inhärente Systemzerstörung beruht auf dem schlichten mathematischen Gesetz der Verdoppelung in gleichen Zeitabständen.
Das Buch „Die Bombenfunktion Zinseszins“ führt dies dem geneigten Leser anhand von Berechnungen und Beispielen deutlich vor Augen.

Der Titel ist zugegebenermaßen, wie bei einigen Büchern dieser Art, sehr reißerisch. Er ist allerdings nicht übertrieben, sondern eher der fatalen Situation angemessen. Auch wenn das gesamte Buch etwas unprofessionell wirkt (für den Umschlagdruck wurde eine Pixelgrafik in zu niedriger Auflösung verwendet, es wurden viele Textstellen und die Überschriften unterstrichen, die Grafiken sind etwas unsauber beschriftet, …), so sind die dargelegten Zusammenhänge dennoch sehr aufschlussreich und nachvollziehbar.


Titel: Die Bombenfunktion Zinseszins
Untertitel: Atom- oder Finanzbombe
Autor: Peter Arnold, Wolfgang Arnold
Verlag: tredition Verlag
Veröffentlichung: 21.10.2014
Sprache: Deutsch
Seiten: 336
ISBN-13: 978-3-7323-0032-7
Preis: 22,80 Euro

Der Crash ist die Lösung

Der Crash ist die Lösung
Grenzenloses exponentielles Wachstum kann es in einer Welt mit begrenzten Ressourcen und auch begrenzten Bedürfnissen nicht geben. Dennoch sind wir weltweit von einem Finanzsystem abhängig, das ohne grenzenloses exponentielles Wachstum nicht bestehen kann. Und während wir auf der einen Seite die wertvollen Ressourcen hemmungslos ausbeuten und unseren Lebensraum zerstören, werden ganz wenige Menschen immer reicher, und die Masse versinkt in Armut. Das Geld, welches Banken bei den Kreditvergaben aus dem Nichts schöpfen, muss üblicherweise durch reelle Waren oder das Versprechen, diese zu schaffen, gedeckt sein. Andernfalls stellen Banken kein Geld zur Verfügung. Ohne Sicherheit für die Bank gibt es keinen Kredit. Dieses Geld, welches bei der Kreditvergabe geschöpft wird und für das sich Menschen verschuldet haben, landet dann aber schnell auf den Konten der reichen Zinsempfänger und steht der Gesellschaft damit nicht mehr zur Verfügung. Diese bleibt lediglich auf den Schulden und Verpflichtungen sitzen. Es wundert also nicht, dass immer weniger finanzielle Mittel für den Erhalt der Infrastruktur, sozialer Einrichtungen oder Forschung und Bildung zur Verfügung steht. Es ist zwar genügend Geld vorhanden, aber eben nicht dort, wo es gebraucht wird.
Diese Probleme bestehen weltweit, da jedes größere Wirtschaftssystem auf einem zinsbehafteten Schuldgeld basiert. Dies ist fatal, denn eine schlechte Infrastruktur zusammen mit dem Mangel an lebenswichtigen Gütern treibt die Menschen in die Verzweiflung. Wenn dann noch die Bildung der Bevölkerung auf dem Stand von vor einigen Jahrhunderten ist, werden sich viele Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben, radikalen Vereinigungen anschließen. Dort bekommen sie Waffen und Möglichkeiten an die Hand, die entgegen ihrer primitiven Bildung äußerst modern und extrem wirksam sind. Dies ist eine gefährliche Kombination, die es einflussreichen Führern ermöglicht, mit überschaubaren Mitteln die Welt durch ungebildete Handlanger zu terrorisieren, die nichts zu verlieren haben und zu allem Bereit sind.
Diese Art der Probleme sind noch relativ weit weg, aber je ärmer die Menschen in Mitteleuropa werden und je mehr die Infrastruktur und die Sozialsysteme zerbrechen, um so stärker werden auch wir in Europa mit dieser abartigen Form der Gewalt konfrontiert sein, wie sie derzeit eher in Entwicklungsländern und dem Nahen Osten alltäglich ist. Wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, dass wir sicher sind. So lange die Banken, Konzerne und Regierungen an einem Geldsystem festhalten, welches die reichen durch Zins und Zinseszins immer reicher und mächtiger werden lässt, während Millionen oder gar Milliarden Menschen entweder kein Einkommen haben oder ein so geringes, dass es zum Leben nicht reicht, wird sich an der Situation nichts ändern und wir leben in einer Welt, die von Krieg und Zerstörung beherrscht wird.
Zins und Zinseszins führt zu immensen sozialen und wirtschaftlichen Spannungen, die sich irgendwann lösen müssen. Derzeit spielen Banken, Konzerne und Politiker auf Zeit. Mit aberwitzigen „Rettungsaktionen“ erkaufen sie ein paar Monate, vielleicht auch ein paar Jahre. Anstatt tatsächlich die Ursache der Probleme zu lösen, also ein besseres Geldsystem zu forcieren, stützen die Regierungen lediglich die Banken, indem sie die Bevölkerung zwangsweise immer weiter verschulden und rüsten das Militär auf, um dieses System mit Gewalt zu erhalten. Der Preis: volkswirtschaftliche Schadensmaximierung, die größte Insolvenzverschleppung der Geschichte, Vernichtung des Wohlstandes und Enteignung der Ersparnisse und Lebensversicherungen. Diesen Preis werden wir bezahlen müssen, wenn sich der finale Kollaps nicht mehr in die Zukunft verschieben lässt.
Da nicht zu erwarten ist, dass es ein umfassendes Umdenken geben wird, das zu einer friedlichen Änderung des zinsbasierten Schuldgeld-Finanzsystems hin zu einem besseren System führt, wird erst der Kollaps die Menschen wachrütteln. Und dann wird es spannen werden, ob die Menschen wieder ein System akzeptieren, welches zwar kurzfristig für Wohlstand auch bei der Bevölkerung (einiger Länder) sorgt, auf längere Sicht aber nur Tod und Zerstörung bringt. Vielleicht setzen sich die Menschen in Zukunft aber doch für ein Geldsystem ein, welches nicht nur wenigen auf Kosten der Allgemeinheit dient, sondern ein Gewinn für die gesamte Menschheit ist. Dies ist aber nur zu erwarten, wenn genügend Menschen über die Funktionsweise des heutigen Geldsystems informiert sind und sich nicht mehr von den falschen Versprechen der politischen Elite und der Finanzelite blenden lassen und ein System, das so viel Schaden anrichtet nicht mehr akzeptieren werden. Hierzu leistet das Buch „Der Crash ist die Lösung“ einen wesentlichen Beitrag.


Titel: Der Crash ist die Lösung
Untertitel: Warum der finale Kollaps kommt und wie Sie Ihr Vermögen retten
Autor: Matthias Weik, Marc Friedrich
Verlag: Eichborn Verlag
Veröffentlichung: 16.05.2014
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-8479-0554-7
Preis: 19,99 Euro

Steuerboykott

Steuerboykott
Obwohl wir täglich mit Geld zu tun haben, fällt es vielen Menschen dennoch schwer, die Grundlagen des Geldsystems zu erfassen. Dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht, hat sich mittlerweile herumgesprochen und wird vielfach kritisiert. Nur wenigen ist aber bewusst, dass diese permanente Umverteilung des Geldes von den arbeitenden Armen zu den nicht (zwangsweise) arbeitenden Reichen eine logische Konsequenz des Zinssystems ist. Wer bereits viel Geld besitzt, zum Beispiel durch eine Erbschaft, kann dies Geld gewinnbringend anlegen und von da an zusehen, wie sein Vermögen durch die Zinseinnahmen ohne eigenes Zutun wächst.
Natürlich vermehrt sich Geld nicht von alleine und wandert dann automatisch auf die Konten der Vermögenden. Den wachsenden Geldvermögen stehen entsprechend wachsende Schulden gegenüber. Damit das Geld für die Zinszahlungen überhaupt zur Verfügung steht, müssen andere Menschen Kredite aufnehmen und diese mit Arbeitsleistung decken. So wird ein Großteil der Bevölkerung trotz harter Arbeit immer ärmer, während ganz wenige – ohne etwas für die Gesellschaft leisten zu müssen – unvorstellbar reich werden.

Die zugrundeliegenden Mechanismen dieses Umverteilungssystems erläutert Rico Albrecht mit bestechender Klarheit und Verständlichkeit. Er schildert die Konsequenzen, die mit einem solchen Geldsystem zwangsweise einhergehen und stellt mögliche Alternativen vor. Das Hörbuch „Steuerboykott“ ermöglicht es jedem, einen Blick hinter die Kulissen des zinsbasierten Geldsystems zu werfen und die Zusammenhänge zu verstehen.


Titel: Steuerboykott
Untertitel: Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht
Autor: Rico Albrecht
Verlag: Schild Verlag
Veröffentlichung: 01.01.2011
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3869940144
Preis: 16,90 Euro

Das Ende der Geduld

Das Ende der Geduld
Gewalt gehört in vielen Familien zum Alltag. Wenn die Eltern arbeitslos sind, sich den ganzen Tag über besaufen und kein Interesse an der Entwicklung ihrer Kinder haben, lernt der Nachwuchs, der in einem solchen Umfeld aufwächst, sehr schnell, die Probleme mit Schlägen und Tritten zu lösen. Recht bald wird der Konsum von Alkohol, Zigaretten und vielen weiteren Drogen hinzukommen. Die Gewalttaten werden immer brutaler und die Täter immer jünger.
Die Opfer können sich häufig nicht wehren, zumal damit das Gewaltmonopol des Staates in Frage gestellt wird und der Verteidiger riskiert darüber hinaus, selbst bestraft zu werden, wenn er den Angreifer ernsthaft verletzt. Wer auf der Straße angegriffen wird, kann nur versuchen, seine Gesundheit und sein Leben durch Flucht zu retten. Und er kann darauf hoffen, dass der Staat alles in seiner Macht stehende tut, um dafür zu sorgen, dass solche Übergriffe nicht wieder vorkommen
Doch von staatlicher Seite tut sich leider wenig. Vor allem wenn sie noch sehr jung sind, müssen die Täter nicht mit Konsequenzen rechnen. Ein Dreizehnjähriger kann einem Opfer den Schädel mit einer Eisenstange einschlagen, ohne dass er dafür zur Rechenschaft gezogen wird. Und wenn er etwas älter ist, wird in erster Linie versucht, erzieherisch auf den Gewalttäter einzuwirken. Mangels Kooperationsbereitschaft der Täter und auch deren Familien, ist dies ein eher aussichtsloses Unterfangen. Zumal durch diese Maßnahmen nichts am gewalttätigen Umfeld geändert wird, so dass die gewalttätigen Kinder und Jugendlichen schnell wieder in ihre gewohnten Muster verfallen. Ein großes Problem ist auch, dass zwischen der Tat und einer eventuellen Gerichtsverhandlung, beziehungsweise den zu ergreifenden Maßnahmen häufig so viel Zeit vergeht, dass eine erzieherische Wirkung kaum erzielt werden kann.
Es ist auch zu bedenken, dass aufgrund der Umverteilung der Vermögen von den armen arbeitenden Menschen zu den reichen Menschen mit großen Zinseinkünften, zukünftig immer mehr Menschen unter prekären Verhältnissen leben müssen, weil sie in die Armut abrutschen. Ohne Perspektive und ohne Geld für gemeinschaftliche Aktivitäten werden die Kinder gelangweilt auf der Straße herumlungern und sich die Zeit mit Straftaten vertreiben. Aufgrund des Umverteilungsmechanismus durch Zins und Zinseszins muss jedoch auch der Staat immer mehr Geld für Zinszahlungen aufwenden, wodurch in der Folge weniger Geld von den Steuereinkünften für soziale Projekte und den Schutz der Bevölkerung bleibt. Aus Spargründen werden Polizeistellen abgebaut und dadurch sinkt natürlich das Risiko, bei Straftaten erwischt zu werden. Auch bei den Richtern kann durch Stellenabbau gespart werden, der Zeitdruck wird dadurch aber für die verbleibenden Richter immer höher. Sie können sich nicht mehr angemessen mit jedem Fall befassen. Nicht zu vergessen, die sozialen Einrichtungen. Natürlich kann auch hier gespart werden. Dann müssen sich aber immer weniger Betreuer um die schwerkriminellen Jugendlichen kümmern, die niemals Grenzen kennengelernt haben, keinerlei Hemmschwellen aufweisen und jeglichen Respekt anderen Menschen gegenüber verloren haben.
Im Buch „Das Ende der Geduld“ schildert die Jugendrichterin Kirsten Heisig ihre Erfahrungen und macht Vorschläge, wie man mit den Problemen umgehen könnte. Sie stört sich vor allem an der langen Zeit, die bei Jugendlichen zwischen Straftat und Gerichtsverhandlung vergeht und entwickelte das „Neuköllner Modell“. Zumindest bei einfachen Delikten findet hier sehr schnell die Verhandlung statt und die Strafen werden schnell verhängt. So soll zumindest ein erzieherischer Effekt erreicht werden.
Natürlich ändert sich dadurch nichts an den Ursachen und aufgrund der Sparzwänge wird der Staat auch immer weniger auf die kriminellen Kinder und Jugendliche einwirken können. Wenn immer mehr Menschen verarmen und dadurch die Kriminalität eher zunimmt und der Staat immer weniger Geld für Gegenmaßnahmen zur Verfügung hat, dann kann sich jeder ausmalen, wie die Zukunft aussehen wird. Mit Maßnahmen, wie etwa den im „Neuköllner Modell“ beschriebenen, kann man die Entwicklung vielleicht etwas verzögern, aber man wird sie nicht aufhalten können. Hierfür wären grundsätzliche Änderungen im Geldsystem und im sozialen Zusammenleben der Menschen notwendig. Nichts desto trotz ist das Buch sehr lesenswert, um einen Einblick zu erhalten, warum Kinder und Jugendliche, vor allem solche aus sozial benachteiligten Familien, kriminell werden. Das Buch verdeutlicht auch, wie versucht wird, mit immer weniger finanziellen Mitteln der fatalen Entwicklung entgegenzuwirken.


Titel: Das Ende der Geduld
Untertitel: Konsequent gegen jugendliche Gewalttäter
Autor: Kirsten Heisig
Seiten: 205
Verlag: Herder
Veröffentlichung: 23.07.2010
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3-451-30204-6
Preis: 14,95 Euro


Weiterführende Informationen:
Personalmangel – Tausende verurteilte Verbrecher [in Berlin] frei

Wenn die Demokratie zusammenbricht

Wenn die Demokratie zusammenbricht
Das Buch „Wenn die Demokratie zusammenbricht – Warum uns das demokratische Prinzip in eine Sackgasse führt“ von Frank Karsten und Karel Beckman beleuchten die Nachteile der demokratischen Systeme, wie wir sie kennen. Und sie stellen sich auch der Frage, was denn die Alternative zur Demokratie wäre. Viele Menschen verbinden mit der Abwesenheit von Demokratie ganz automatisch die Anwesenheit von Diktatur. Dass dies nicht zwangsläufig so sein muss, zeigen die Autoren auf. Sie schlagen ein System vor, bei dem die Menschen selbstbestimmt leben und Verantwortung für sich und ihre Mitmenschen übernehmen, anstatt jegliche Verantwortung auf den „allmächtigen“ Staat abzuwälzen und alle Entscheidungen von anderen treffen zu lassen.
Gerade in großem Umfang funktioniert das demokratische Prinzip nicht gut, weil dann Menschen über Dinge entscheiden, die sie nicht betreffen und für die sie keine Verantwortung übernehmen müssen. An Stelle von großen und anonymen, mitunter Staatenübergreifenden oder gar europaweiten Kollektiven, sehen Frank Karsten und Karel Beckman die Zukunft in kleinen lokalen Verbändern, in denen sich die Teilnehmer noch persönlich kennen und weitgehend eigenständig entscheiden können.
Denn mal ehrlich, wollen wir wirklich, dass die Entscheidungen, die unser Leben betreffen, demokratisch getroffen werden? Möchten wir, dass deutschlandweit darüber abgestimmt wird, welches Auto wir uns kaufen oder was wir morgen Mittag essen? Wohl kaum. Das möchten wir gewöhnlich selbst entscheiden. Und wir möchten auch selbst entscheiden, wo wir einkaufen, studieren oder arbeiten und wo wir wohnen. Oder kann man wirklich annehmen, dass völlig fremde Menschen, vom Sozialhilfeempfänger bis zum Multimilliardär, besser als ich entscheiden können, ob mein nächstes Fahrrad 18 oder 21 Gänge haben soll? Wohl kaum.
Demokratie ist die Herrschaft einer (eventuell kleinen) Mehrheit über die Minderheit. Wenn zwei Leute in einem Raum sind kann niemand den anderen überstimmen und dadurch vorschreiben, wie der andere sich zu verhalten hat. Die beiden müssen auf Augenhöhe eine Umgangsform miteinander aushandeln, bei der sie dem anderen nicht schaden und selbst gut leben können. Wenn jedoch eine dritte Person in den Raum kommt und sich mit einer anwesenden Person verbündet, dann können diese beiden den einsamen Anwesenden überstimmen und dadurch Macht auf ihn auswirken. Sie können bestimmen wie schnell er laufen darf, welche Musik er hören darf und wie viel Steuern er zu bezahlen hat. Das nennt man dann Demokratie. Ebenso demokratisch wäre es, wenn zwei Wölfe und ein Schaf darüber abstimmen, was es zum Abendessen gibt.
Das Demokratische System hat viele Nachteile und es gibt gewiss bessere Alternativen. In diesem Buch werden einige Denkansätze aufgezeigt.
Allerdings soll nicht unerwähnt bleiben, dass auch falsche Aussagen im Buch enthalten sind. So wird beispielsweise behauptet, das heutige (Papier-)Geld (das im Falle der Euro-Banknoten eigentlich aus Baumwollfasern besteht) wird vom Staat ausgegeben. Das Geld, das wir zum Einkaufen verwenden, wird jedoch von den Banken ausgegeben. Vereinfacht ausgedrückt wird Bargeld von den Zentralbanken zur Verfügung gestellt und Buchgeld wird von den Geschäftsbanken geschöpft und in Umlauf gebracht. Hierbei handelt es sich um private Institutionen, nicht um staatliche Einrichtungen.

Titel: Wenn die Demokratie zusammenbricht
Untertitel: Warum uns das demokratische Prinzip in eine Sackgasse führt
Autor: Frank Karsten, Karel Beckman
Seiten: 189
Verlag: EBV
Veröffentlichung: 10.08.2012
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3-89879-712-2
Preis: 14,99 Euro

Die Wohlstandslüge – Von der Unmöglichkeit, mit Arbeit reich zu werden

Die Wohlstandslüge
Dass man durch ehrliche, eigener Hände Arbeit nicht reich werden kann, ist eine logische Folge des zinsbasierten Geldsystems. Durch Zins und Zinseszins fließt beständig das Geld von den vielen arbeitenden Menschen ohne Vermögen (das verzinst werden könnte) zu den wenigen nicht arbeitenden Menschen mit Vermögen (das verzinst wird). Dadurch wachsen die Besitztümer der ohnehin schon Reichen noch weiter an, was natürlich steigende Zinsansprüche zur Folge hat. Die Umverteilung von den armen arbeitenden Menschen zu den reichen Zinsgewinnern beschleunigt sich also selbst. Die arbeitenden Menschen müssen immer größere Summen zur Begleichung der automatisch wachsenden Zinsforderungen der Finanzelite abführen und haben somit kaum eine Chance ihrerseits ein Vermögen anzuhäufen. Hinzu kommt, dass Einkommen auf reale Arbeit üblicherweise sehr hoch besteuert sind, während Finanzeinkünfte und auch große Erbschaften für den Fiskus eher nicht interessant zu sein scheinen.

Dieser Zustand ist nicht überraschend und in diesem Blog immer wieder thematisiert. Überraschend ist jedoch, dass mittlerweile in der Mainstream-Presse darüber ganz offen berichtet wird. Der Spiegel widmete der Problematik im aktuellen Magazin sogar eine Titelgeschichte, die durchaus lesenswert ist: „Die Wohlstandslüge – Von der Unmöglichkeit, mit Arbeit reich zu werden“.

Titel: Die Wohlstandslüge
Untertitel: Von der Unmöglichkeit, mit Arbeit reich zu werden
Autoren: Susanne Amann, Sven Böll, Markus Dettmer, Martin Hesse, Janko Tietz
Zeitschrift: DER SPIEGEL Nr. 19/2014
Seiten: 58-67
Verlag: SPIEGEL VERLAG
Veröffentlichung: 05.05.2014
Sprache: Deutsch
Preis: 4,40 Euro

Tiere klagen an

Tiere klagen an
»Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt.«
Mahatma Gandhi

Es lohnt sich, über diese Aussage nachzudenken. Der wahre Charakter und die wirkliche Einstellung eines Menschen zeigt sich darin, wie er schwächere Lebewesen behandelt. Quält er sie, weil er es kann und sich dazu legitimiert fühlt? Tötet er die Schwachen gar zur Befriedigung primitiver Bedürfnisse? Oder behandelt er die wehrlosen Lebewesen trotz ihrer nachteiligen Position mit Anstand und Respekt?

Viele Menschen verhalten sich anderen Menschen gegenüber freundlich. Das ist natürlich gut so und für das Zusammenleben auch unabdingbar. Dieses Verhalten entspringt aber vermutlich nicht einem grundsätzlichen Respekt anderen Lebewesen gegenüber, sondern nur der Angst um sich selbst. Wer andere Menschen schlecht behandelt, riskiert Geld- und Freiheitsstrafen. Wer den Nachbar verprügelt, weil er schon wieder so laut nervtötende Musik hört, wird ihn möglicherweise bald mit seinem Anwalt vor Gericht wiedersehen. Und wir werden auch nicht einen Passanten erschießen, weil wir seinen Mantel haben möchten. Auch hier würden wir mit hohen Strafen rechnen müssen.
Was aber, wenn wir einem Lebewesen gegenüberstehen, das sich nicht wehren kann? Sind wir dann immer noch so zurückhaltend? Wohl kaum. Nutztiere werden in stinkenden Ställen zusammengepfercht, um billig Milch und Fleisch zu produzieren. Und so manch ein Tier wird wegen seines Pelzes erschossen. Tiere haben gewöhnlich keinen Anwalt. An ihnen können wir uns nach Herzenslust vergreifen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen – und genau das tun wir üblicherweise ausgiebig. Wir töten und misshandeln Tiere, um einen matschigen Hamburger mit Rindfleisch essen zu können und es ist uns egal, dass dafür ein Lebewesen sterben musste. Von den Kühen droht uns keine Gefahr. Sie können sich ja nicht wehren.

Es gibt nur wenige Menschen, die sich für Tiere einsetzen oder zumindest über den Umgang mit ihnen nachdenkt. Menschen, wie der Anwalt und Buchautor Antoine F. Goetschel, der sich dem Tier in Recht, Ethik und Gesellschaft gewidmet und als Rechtsanwalt für Tierschutz in Strafsachen des Kantons Zürich (Tieranwalt) tätig war. Dies ist eine seltene Ausnahme in einer traurigen Welt, in der Tiere üblicherweise keinen Schutz durch Anwälte genießen.

Titel: Tiere klagen an
Autor: Antoine F. Goetschel
Seiten: 272
Verlag: Fischer Scherz
Veröffentlichung: 05.04.2012
Sprache: Deutsch
ISBN-13:978-3-651-00002-5
Preis: 19,99 Euro

Tiere Essen

Tiere Essen
Es gibt viele Dinge, die uns gefallen und die wir gerne hätten, die wir aber dennoch nicht einfach nehmen können. Wenn ein anderer eine prall gefüllte Geldbörse besitzt, die wird selbst gerne unser Eigen nennen würden, so können wir ihm diese dennoch nicht wegnehmen. Die gesellschaftlich anerkannten Konventionen bezüglich Anstand und Moral verhindern, dass sich jeder einfach nimmt, was er begehrt. Jede Handlung sollte abgewogen werden. Welche Vorteile entstehen mir? Welche Nachteile entstehen anderen Lebewesen dadurch?
Auch am Mittagstisch gelten diese Regeln. Den Salat in der Schüssel des Nebenmannes nehmen wir ihm nicht einfach so weg, nur weil der eigene bereits aufgegessen ist und wir noch mehr haben möchten. Paradoxerweise ignorieren wir aber nach eigenem Ermessen die grundlegenden Regeln des Anstandes schon bei der Zubereitung des Mittagessen. Wenn wir ein Schweineschnitzel zubereiten möchten, muss dafür ein Schwein sterben. Wir nehmen dem Tier sein Leben, nur um ein Essen zu kreieren, das es uns ermöglicht, kurzzeitig den Geschmack und die Konsistenz des gebratenen Schweinefleisches im Mund zu haben. Muss das wirklich sein?

»Ich liebe Würste auch, aber ich esse sie nicht.«
Jonathan Safran Foer in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

Titel: Tiere Essen
Autor: Jonathan Safran Foer
Seiten: 400
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Veröffentlichung: 19.08.2010
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3-462-04044-9
Preis: 19,99 Euro