Burgen für Bürger

Das Gewaltmonopol liegt in Deutschland ausdrücklich beim Staat. Ausschließlich staatlichen Organen ist die Legitimation vorbehalten, physische Gewalt auszuüben. Wer sein Hab und Gut oder seine Gesundheit geschützt wissen will, der muss sich auf den Staat verlassen. Sollte ein Bürger einen Einbrecher auf seinem Grundstück erschießen, wird er mit harten Strafen rechnen müssen. Dem bormalen Bürger wird häufig nichteinmal die Dokumentation von Zwischenfällen gestattet. Während die Konzerne die Bürger bis in ihre Wohn- und Schlafzimmer durch smarte Fernseher und sonstiger Gerätschaften überwachen und die Daten beliebig lange auf ausländischen Servern speichern und auswerten dürfen, ist es dem Autofahrer kaum gestattet, die Fahrten mit einer sogenannten DashCam zu filmen, um im Falle eines Unfalls den Hergang zurückverfolgen zu können. Auch wenn es eine grundsätzliche Panoramafreiheit gibt, die Foto- und Filmaufnahmen im öffentlichen Raum erlaubt und solche Aufnahmen weder zentral im großen Stil gesammelt noch lange Zeit gespeichert werden, wird immer wieder der sagenumwobene Datenschutz angeführt.
Besonders absurd wird es, wenn man einen Taschendieb dabei ertappt, wie er einem gerade den Geldbeutel aus der Tasche gezogen hat. Sollte man dem Dieb dabei mit einem Faustschlag zu Boden hauen und ihm die Geldbörwse wieder abnehmen, dann muss man damit rechnen, härter bestraft zu werden, als der Taschendieb. Wenn der Dieb die Börse in der Hand hält, ist man zwar noch immer der Eigentümer, aber nicht mehr der Beitzer. Nimmt man dem Dieb die Börse wieder weg, ist das zumindest ein Diebstahl. Durch den Faustschlag kommt auch noch der Tatbestand der Androhung beziehungsweise Ausübung von Gewalt gegen Leib und Leben des Verbrechers hinzu und damit handelt es sich ganz schnell nicht mehr um einen einfachen Diebstahl, sondern um Raub. Der Taschendieb muss danach also schlimmstenfalls mit einer Strafe wegen Diebstahls rechnen, während der eigentliche Eigentümer der Brieftasche wegen Raubes und mehr oder weniger schwerer Körperverletzung ins Gefängnis wandern kann.
Selbstjustiz wird nicht geduldet. Der Staat alleine hat das Gewaltmonopol inne und das rechtmäßige Vorgehen wäre es gewesen, den Kriminellen laufen zu lassen und bei der Polizei eine Anzeige „gegen Unbekannt“ aufzugeben.

Bedenkt man, dass die Schere zwischen Arm und Reich aufgrund des zinsbasierten Geldsystems zwangsläufig immer weiter auseinander gehen wird und die Grenzen in der EU für Kriminelle aufgrund verschiedener Abkommen so weit offen stehen, wie ein Schäunentor, ist damit zu rechnen, dass die Kriminalität eher zu als abnimmt. Für Polizei und Zoll steht gleichzeitig immer weniger Geld zur Verfügung. Dadurch entsteht die absurde Situation, dass die Gefahren für die normalen Bürger immer weiter wachsen, es ihnen aber gleichzeitig bei Strafe verboten ist, sich zu wehren. Auf die Polizei können sich die Bürger aber auch nicht verlassen. Da die Steuergelder in den Tiefen des irrsinnigen Finanzsystems versickern, bleibt immer weniger Geld übrig, die Polizeibehörden ausreichend mit Personal und Material auszustatten.

Nun fordern die Politiker, dass die Bürger sich selbst passiv schützen, indem sie ihre Häuser zu Burgen umbauen. Unterstützt werden soll dies durch Steuererleichterungen beim Kauf von EInbruchshemmenden Türen und Fenstern.
Die Politiker erlassen zuerst Gesetzte zur Besteuerung aller möglichen Waren und Tätigkeiten. Dann geben sie das Geld NICHT für die Sicherheit und das Wohl der Menschen aus, sondern stecken es in die eigene Tasche und in die Taschen ihrer Freunde bei den Konzeren und Banken und dann sind sie so großzügig, die willkürlichen Steuern auf einbruchshemmende Türen und Fenster ein wenig zu reduzieren, die nur aufgrund ihrer fehlgeleiteten Politik notwendig geworden sind. Wenn das mal nicht großzügig ist! Steuersubventionen für Bürger beim Bau von Burgen …

Wegen der insgesamt steigenden Zahlen hatte Bundesinnenminister de Maizière am Samstag Steueranreize vorgeschlagen, um den Einbruchsschutz an Fenstern und Türen zu verbessern. Der SPD-Innenpolitiker Burkhard Lischka zeigte sich offen für den Vorschlag. Die steigende Zahl der Einbrüche sei ein „gravierendes Problem“ und verunsichere viele Bürger, sagte der innenpolitische Sprecher des SPD-Bundestagsfraktion der „Welt am Sonntag“. „Insofern sind wir für Vorschläge zur Bekämpfung der Einbruchskriminalität offen“.[1]

Quelle: FAZ


Literaturverzeichnis:
[1]
Kriminalität – Schon wieder mehr Wohnungseinbrüche; AFP; Frankfurter Allgemeine Zeitung; http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kriminalitaet-schon-wieder-mehr-wohnungseinbrueche-13522933.html; 05.04.2015