Albtraumhafte Matratzenpreise

Ohne zu schlafen können wir nicht überleben und so verbringen wir etwa 1/3 des Lebens auf einer Matratze. Matratzen sind leider nur einige Jahre haltbar und müssen irgendwann ausgetauscht werden, wenn sie durchgelegen sind.
So führte uns vor kurzem der Weg in eine Filiale einer großen Kette für Matratzen. Das erste, was aufgefallen ist, war die extrem ungemütliche Atmosphäre. Die Räumlichkeiten waren von kalten Leuchtstoffröhrenlicht durchflutet. Keine Umgebung, in der man sich freiwillig aufhalten würde. Ein großer Minuspunkt auf der gedanklichen Liste. Das zweite, das aufgefallen ist, war, dass die Verkäuferin sehr freundlich und hilfsbereit war. Zu dem bisherigen Minuspunkt gesellt sich ein Pluspunkt.
Als drittes vielen die Preise auf. Der Laden hing zwar voll mit Preisschildern für Matratzen, Lattenrosten und Kissen, die hervorgehobenen günstigen Preise, waren aber normalerweise nicht die Preise für das Produkt, dem man sie auf den ersten Blick zuordnen würde. So war an einer Kiste mit großen Kissen beispielsweise ganz groß der Preis von Knapp 15 Euro angeschrieben, aber der galt für irgendwelche kleine Kissen. Der Preis für die großen Kissen, die in der Kiste zu sehen waren, stand ganz klein auf dem Schild im unteren Eck und lag bei etwa 25 Euro.
Und auch die Matratzen waren alles andere als günstig. 500 bis 700 Euro musste man einkalkulieren. Zumindest die Art, wie niedrigere Preise suggeriert werden, führt zum nächsten gedanklichen Minuspunkt. Hier werden leider falsche Tatsachen vorgespiegelt, denn so günstig, wie die Preisschilder auf den ersten Blick vermuten lassen, sind die Produkte nicht.
Nun gut, Qualität hat nun mal ihren Preis. Hm, aber kann man in einem Laden, der eher wie eine triste Lagerhalle eingerichtet ist, Qualität erwarten, die den Preis rechtfertigt?
Scheinbar nicht. Wir wurden bereits etwas stutzig, weil keine der getesteten teuren Matratzen so angenehm war, wie die billigen Matratzen, die ein Discounter für Lebensmittel vor einigen Jahren kurzzeitig im Sortiment hatte und auf denen wir hin und wieder schliefen. Diese Matratzen kosteten keine 100 Euro, also nur ein Bruchteil von den Preisen im Matzatzenladen.
Nun wurde in der Sendung AKTE 2012 von heute, dem 12.02.2013, ein Bericht zu dieser Thematik gebracht. Ein Geschäftsmann, der vor einiger Zeit selbst auf der Suche nach einer neuen Matratze war, war ebenfalls über die hohen Preise erschrocken und so begann er zu recherchieren. Er fand heraus, dass die Matratzen häufig deutlich überteuert verkauft werden. Die Gewinnspannen liegen mitunter bei 300 Prozent. Daraufhin beschloss er, selbst Matratzen zu verkaufen. Allerdings verlangte er deutlich niedrigere Preise. Die Kunden waren erfreut, die Hersteller der Schaumstoffblöcke jedoch offensichtlich nicht. Der Händler wurde mehrfach und von unterschiedlichen Herstellern angeschrieben, dass er die Preise erhöhen soll. Als er dies nicht tat, wurde er kurzerhand nicht mehr beliefert. Angeblich aufgrund von Lieferengpässen. Über Umwege im Ausland und Zwischenhändler konnte der Händler zeitweise noch Matratzen beziehen, aber auch diese Wege wurden ihm irgendwann abgeschnitten.
Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass die Preise für Matratzen tatsächlich nicht gerechtfertigt sind und der ahnungslose Kunde viel mehr bezahlt, als durch die Kosten für Entwicklung, Herstellung, Transport und Verkauf angemessen wäre. Die Preise werden lediglich durch die Hersteller künstlich hochgehalten, indem sie Händler nicht mehr beliefern, die sich nicht an die Absprachen halten.

Dieses verhalten scheint übrigens nicht nur auf die Matratzenbranche beschränkt zu sein. Als ich vor etwa 15 Jahren beim Kauf von Inline Skates nach einem Rabatt fragte, erklärte der Verkäufer, dass er einen solchen nicht gewähren kann, weil er dann eventuell nicht mehr beliefert wird.