AIRPod – Mit Luftdruck durch die Stadt

Moderne, mit Benzin oder Diesel angetriebene Fahrzeuge, sind schwer und kompliziert aufgebaut. Trotz Jahrzehnte langer Entwicklung sind die Verbrennungsmotoren sehr ineffizient und der Treibstoff, der in großen Mengen verbraucht wird, ist teuer. Gerade im Stadtverkehr haben solche Fahrzeuge gravierende Nachteile. Sie benötigen auch im Stand an einer Ampel Treibstoff und beim ständigen Abbremsen und Anfahren wird nur selten die optimale Drehzahl genutzt, was ebenfalls zu einem gesteigerten Spritverbrauch führt. Die Fahrzeuge sind laut und die Abgase werden dort ausgestoßen, wo sie direkt von vielen Menschen eingeatmet werden: in der Stadt.
Durch Elektromotoren angetriebene Fahrzeuge sind nur bedingt alltagstauglich, denn zum Speichern des Stroms werden teure und zudem sehr schwere Akkus benötigt, die zudem relativ schnell an Speicherkapazität verlieren und ausgetauscht werden müssen. Darüber hinaus dauert die Aufladung viel zu lange und es werden wertvolle Rohstoffe für die Herstellung solcher Akkus benötigt.
Denkbar wären auch Fahrzeuge, die auf Wasserstoff als Energieträger setzen. Dies wiederum würde aber eine entsprechende Infrastruktur voraussetzen, die noch nicht existiert.

AIRPod
Quelle: Wikipedia[1]; Urheber: El monty
Ein interessantes Konzept hat der französische Hersteller Motor Development International vorgestellt. Der Konzern hat leichte Fahrzeuge konstruiert, die mit Luftdruck angetrieben werden. Sie werden unter dem Namen AIRPod vermarktet. Die Fahrzeuge erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h, was für den Stadtverkehr ausreicht und haben mit einer Tankfüllung eine Reichweite von etwa 200 Kilometern. Auch dies sollte für viele Menschen, die nur im Stadtbereich unterwegs sind genügen. Die Kosten für den Stromverbrauch um die Luft für eine Tankfüllung zu komprimieren, liegt laut Hersteller bei etwa einem Euro, das sind gerade einmal 50 Cent für eine Strecke von 100 Kilometern. Das Fahrzeug ist zwar sehr leicht, was erwarten lässt, dass der Energieverbrauch geringer als bei einem üblichen PKW ist, wenn aber diese angegebenen Kosten tatsächlich der Realität entsprechen, dürfte das Fahrzeug auch sehr effizient sein, denn schließlich ist bereits die Stromerzeugung nicht sehr effizient und folglich mit hohen Verlusten verbunden, die natürlich im Strompreis eingerechnet sind. Und dennoch ist die Tankfüllung so günstig. In der gesamten Spanne von der Bereitstellung der Energie bzw. des Treibstoffs bis zum Antrieb des Gefährts scheint diese Technik effizienter zu sein als die Technik, die bei den üblichen Fahrzeugen zum Einsatz kommt. Wenn diese Fahrzeuge zudem sehr einfach gehalten sind, dürften die Wartungskosten ebenfalls überschaubar bleiben.

70 km/h genügen leider nicht, um auch auf Landstraßen oder gar Autobahnen zu fahren, ohne ein gefährliches Hindernis zu sein, das andere Verkehrsteilnehmer zu riskanten Manövern verleiten wird. Hierfür müsste ein solches Fahrzeug mindestens 30 Kilometer mehr in der Stunde schaffen. Und auch bei der Stromerzeugung bietet sich noch einiges an Verbesserungspotential. Abgesehen vom Ressourcenverbrauch und der Abfallproblematik sind Kernkraftwerke viel zu gefährlich, als dass man auf sie als Basis für die moderne Mobilität setzen dürfte und bei der Stromgewinnung in Kohle- und Gaskraftwerken werden ebenfalls knappe Ressourcen ausgebeutet und die Schadstoffproblematik lediglich von den Städten in entferntere Regionen verlegt.
Vielleicht ließe sich die Problematik durch lokale Solaranlagen entschärfen, welche den Tag über zur Kompression der Luft verwendet werden, die dem Fahrer dann am Abend zum Auftanken bereitsteht um die kleineren Touren am nächsten Tag bestreiten zu können. Langsam drehende Wasserkraft-Turbinen, die keine Fische gefährden und für die es nicht nötig ist, ein Gewässer künstlich aufzustauen und Windkraftanlagen könnten auch eine interessante Möglichkeit sein, den Strom für die Kompression der Luft zu gewinnen.


Literaturverzeichnis:
[1]
MDI AirPod at the 2009 Geneva Motor Show; Wikipedia; El monty; http://en.wikipedia.org/wiki/File:MDI_Air_Pod_%281%29.JPG; 09.03.2009