Experten … Ex-Perten … ehemalige Perten

Ein Experte ist laut Wikipedia eine Person, die folgende Eigenschaften erfüllt:

Ein Experte (auch Fachmann/Fachfrau, Pl. Fachleute , Fach- oder Sachkundiger, Spezialist) ist eine Person, die über überdurchschnittlich umfangreiches Wissen auf einem oder mehreren bestimmten Sachgebieten oder über spezielle Fähigkeiten verfügt.
Neben dem theoretischen Wissen ist auch eine kompetente Anwendung desselben, also praktisches Handlungswissen, kennzeichnend, was ihn zum Laien (Amateur) abgrenzt. Solche Fertigkeiten gründen sich meist auf Training sowie Talent. Die Wissenstiefe, aber auch der Fokus auf ein bestimmtes Gebiet unterscheidet den Spezialisten vom Generalisten (Universalisten), der sich in vielen Fachbereichen heimisch fühlt. An der Grenze zwischen Spezialist und Generalist liegt die Interdisziplinarität, das fächerübergreifende Wissen, aus dem sich oft wieder einschlägige Sachgebiete entwickeln. [1]

Quelle: Wikipedia

Ein Experte ist also eine Person, die über ein überdurchschnittlich umfangreiches Wissen auf einem Gebiet verfügt. Nun werden jedoch häufig Personen als Experten bezeichnet, die entweder über kein Wissen auf dem Gebiet verfügen, über das sich sich als Experte äußern oder ganz bewusst lügen. Wie sonst ist zu erklären, dass die Aussagen dieser Personen zur Finanzkrise bei genauerer Betrachtung völlig haltlos und unbegründet wirken und sich nicht selten im Nachhinein als falsch herausstellen?
In einer Zeitung, die sich recht guter Verkaufszahlen erfreut, obwohl sie bekannt dafür ist, dass sie in erster Linie Unfug abdruckt, äußert sich ein solcher Experte folgendermaßen, wie auf der Website von n-tv nachzulesen ist:

Angesichts der zu erwartenden hohen Einnahmenausfälle des Staates bringen Experten eine weitere Anhebung der Mehrwertsteuer ins Gespräch. In der „Bild“-Zeitung regte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin, Klaus Zimmermann, eine Mehrwertsteuererhöhung ab 2011 an.[2]

Quelle: n-tv

Mit dieser fragwürdigen Aussage ist er in der entsprechenden Zeitung völlig richtig aufgehoben. Ein Experte an einem Institut für Wirtschaftsforschung sollte – so würde man vermuten – auf dem Gebiet der „Wirtschaft“ über ein besonders umfangreiches Wissen verfügen. Scheinbar tut er das jedoch nicht, sonst wüsste er, dass durch das Zinssystem ein exponentielles Wachstum erzwungen wird, welches schon in der Vergangenheit immer wieder zu großen Zusammenbrüchen geführt hat. Erhöhungen der Steuereinnahmen sind naheliegend, wenn man die Symptome, also die Steuerausfälle, ausgleichen will. Bei einem tieferen Verständnis, wäre jedoch schnell klar, dass die Steuerausfälle aus der Problematik erwachsen, die das Zinssystem mit sich bringt: Die Belastung der Bürger durch Zinsleistungen wird von Jahr zu Jahr größer, so dass das Geld an anderer Stelle fehlt. Der Umverteilungsmechanismus sorgt dafür, dass das Geld von den weniger Wohlhabenden Menschen zu den reichen Menschen transferiert wird. Diese besitzen bald mehr, als sie ausgeben können, horten das Geld und verleihen es nur gegen hohe Zinsen. Der Breiten Masse steht immer weniger Geld zur Verfügung. Dafür bleiben sie auf einer steigenden Zinsbelastung sitzen, wie bereits erwähnt. Erhöht man nun die Steuern, können die Menschen anderweitig noch weniger Konsumieren. Dadurch wird die Wirtschaft schwächer, was zu weiteren Steuerverlusten führt. Ein Teufelskreislauf, der sich bis zum Zusammenbruch fortsetzt.
Von einem Experten könnte man nun erwarten, dass er diese Problematik erkennt und sich auch mit den Aussagen Silvio Gesells[3] befasst hat. Silvio Gesell erkannte die Problematik des Zinses, der aus der Überlegenheit des Geldes gegenüber den Waren resultierte und erdachte ein Geldsystem, in dem sich der Zins bei 0 Prozent einpendeln würde. Damit wäre der zerstörerische Wachstumszwang beendet, der bei den bekannten Geldsystemen immer wieder zu Deflationen, Inflationen und zum Zusammenbrüchen führt. Mit diesem Wissen seitens der Experten, sollten Aussagen, die auf die Symptombekämpfung abzielen, der Vergangenheit angehören.
Im zitierten Artikel behauptet Klaus Zimmerman jedoch weiter, dass eine nun angekündigte deutliche Mehrwertsteuer ab 2011 die Bürger ehrlich auf die kommende Lage vorbereiten und darüber hinaus den Konsum bis dahin anregeln würde. Dass damit die Problematik jedoch nur herausgeschoben würde, erwähnt dieser Mann nicht. Denn durch die höheren Belastungen ab 2011 würde sich dann der Konsum reduzieren und der Teufelskreis geht weiter.
Auch vom Institut der deutschen Wirtschaftsforschung kommt eine Person zu Wort:

Ralph Brügelmann vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sagte der Zeitung: „Wenn die Konjunkturprogramme wider Erwarten nicht greifen, muss über Einsparungen nachgedacht werden.[2]

Quelle: n-tv

Erwartet dieser Mann tatsächlich, dass die Konjunkturprogramme die Wirtschaft ankurbeln? Oder was mag er unter „greifen“ verstehen? Diese Konjunkturprogramme sind lediglich eine Zwangsumverteilung des Geldes. Damit wird den Menschen auch das letzte bisschen Geld abgenommen, dass sie eigentlich zum Überleben bräuchten um damit die Wirtschaft kurzzeitig vor dem endgültigen Zusammenbruch zu bewahren. Das Geld das durch die Konjunkturprogramme der Industrie zugute kam, zuzüglich horrender Zinsen, muss letztendlich vom Steuerzahler aufgebracht werden. Die Menschen wurden damit weiter zwangsverschuldet, was zu einer neuen Belastung führt und letztendlich den Konsum nochmals drücken wird.
Die Konjunkturprogramme werden sich gewiss als Rohrkrepierer erweisen, nur die Menschen der Wirtschaftsinstitute erkennen die Zusammenhänge nicht oder lügen ganz bewusst.
Experten … Ex-Perten, also ehemalige Perten, werfen mit einem Unwissen um sich, dass man nur noch den Kopf schütteln kann. Vom den Ursachen des drohenden Zusammenbruch haben sie offensichtlich keine Ahnung. Stattdessen entwerfen sie immer wieder neue Pläne zur Symptombekämpfung – die den Zusammenbruch anfangs verzögern, ihn dann aber beschleunigen werden.
Perte im französischen bedeutet übrigens zu deutsch Deutsch: Untergang, Verderbnis, Verlust.


Literaturverzeichnis:
[1]
Experte; http://de.wikipedia.org/wiki/Experte; 05.05.2009
[2]
Mehrwertsteuer erhöhen; http://www.n-tv.de/1155590.html; 16.05.2009
[3]
Die Natürliche Wirtschaftsordnung ; Silvio Gesell; http://userpage.fu-berlin.de/~roehrigw/gesell/nwo/nwo.pdf; 1949