Fleischersatzprodukte

Gericht: Spätzle mit Rahmsauce und vegetarischem Schnitzel
Bei vegetarischen oder gar veganen Fleischersatzprodukten scheiden sich die Geister. Für die einen ist es eine gute Alternative zu Produkten aus toten Tieren, andere sehen diese Ersatzprodukte als Unsinn an. Weit verbreitet scheint die Meinung, dass man doch einfach echtes Fleisch essen kann, wenn man ein Schnitzel möchte. Warum sollte man zu einem vegetarischen Schnitzel greifen, das lediglich ein „Imitat“ ist. Wer auf Fleisch verzichten möchte, braucht doch nicht auf Produkte zurückzugreifen, die Fleisch imitieren.
Bei dieser oberflächlichen und egoistischen Sichtweise wird jedoch beispielsweise nicht berücksichtigt, dass man als Vegetarier oder Veganer zwar durchaus gerne ein paniertes Schnitzel, eine Leberwurstbrot oder Nudeln mit einer Bolognesesauce essen möchte, jedoch möglichst ohne dass dadurch Tiere leiden müssen. Mit vegetarischen und veganen Ersatzprodukten muss man nicht auf ein leckeres Schnitzel verzichten, hat dafür aber weniger Tierleid zu verantworten.
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Andreas Popp von der Wissensmanufaktur über Wirtschaftswachstum

Die Wirtschafts- und Finanzordnung kann man eigentlich nur noch als Stück aus dem Tollhaus bezeichnen. Hin und wieder melden sich sogenannte Experten zu Wort und reklamieren eine Rückführung der ausufernden Schulden innerhalb einer seriösen Finanzpolitik. Dabei lässt diese Ordnung doch überhaupt keine reale Schuldentilgung zu ohne neue Löcher aufzureißen. Eine seriöse Finanzpolitik ist systembedingt somit garnicht möglich.
Ein weit verbreitetes Dogma innerhalb dieses Systems besagt, dass Wirtschaftswachstum notwendig ist, um Arbeitsplätze zu schaffen. Dabei wird jedoch nicht berücksichtigt, dass die arbeitdenden Menschen Gewinne erwirtschaften, welche letzten Endes wenigen Konzernbossen zufließen. Diese investieren das Geld dann in technischen Fortschritt, der dazu führt, dass die Arbeiter überflüssig werden, welche diesen Fortschritt erst möglich machten. Wirtschaftswachstum bedeutet auf längere Sicht somit Arbeitslosigkeit. Dies wäre eigentlich auch nicht schlimm, wenn man die Ziele der Ökonomie entsprechend definieren würde. Irgendwann sind genügend Häuser gebaut, die Infrastruktur aufgebaut und die Versorgung mit notwendigen Gütern sichergestellt. Wenn mehr Wohnungen vorhanden sind, als bewohnt werden, alle Krankenhäuser fertig sind, sich die Neufahrzeuge der KFZ-Industrie auf den Halden stapeln, wird kein weiteres Wachstum mehr benötigt. Die Märkte sind gesättigt und dann reicht auch Produktinnovation nicht aus, neue Arbeitsplätze zu schaffen.
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Gibt es noch Zinsen?

Die Überlegung, dass das zinsbasierte Geldsystem problematisch ist, weil zu zu jedem Zeitpunkt aufgrund der Zinsforderungen mehr Geld zurückgezahlt werden muss, als bei der Kreditvergabe überhaupt geschaffen wurde, wird zunehmend mit der Begründung relativiert, dass es ja mittlerweile kaum noch Zinsen auf Sparguthaben gibt. Als Folge der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) erheben sogar erste Sparkassen Gebühren für hohe Geldanlagen, wie Focus Money berichtet.[1]
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Atlas der Globalisierung – Weniger wird mehr

Atlas der Globalisierung – Weniger wird mehr
Verfolgt man die Medienberichte, könnte man den Eindruck gewinnen, dass es selbstverständlich ist, dass die Wirtschaft grenzenlos wächst. Auch wenn Kinder schon in der Grundschule lernen, dass wir mit den Ressourcen sparsam umgehen und die Natur schonen sollen, vermitteln Berichte über große Konzerne ein gänzlich anderes Bild. Es wird gejubelt, wenn Absatz und Gewinne steigen. Stagniert der Umsatz jedoch einmal oder geht er gar etwas zurück, brechen sofort die Börsenkurse ein, weil die Investoren eigentlich auch dieses Jahr wieder mit einem Wachstum rechneten. Firmensprecher und Vorstände sind dann bemüht zu versichern, dass es sich lediglich um eine kleine Delle handelt und im nächsten Jahr ganz gewiss wieder mit einem kräftigen Wachstum zu rechnen ist.
Doch niemand stellt die Frage, die man eigentlich schon in der Grundschule kennen lernt: Wie soll es möglich sein, immer mehr Energie und Ressourcen zu verbrauchen, um das Wachstum voranzutreiben, wenn der Vorrat doch begrenzt ist? Und vor allem: Wieso benötigen wir überhaupt ständig mehr Wachstum? Wir benötigen doch nicht jeden Tag mehr Smartphones, mehr Autos, mehr Häuser und mehr Essen als an den Tagen zuvor, um zu überleben.
Die Antwort ist in der Funktionsweise des Geldsystems zu finden. Der Zins als Umlaufsicherung hat zur Folge, dass Stillstand automatisch ein Rückschritt bedeutet. Die Geldmenge muss ständig ausgeweitet werden, um die Zinsen für alte Kredite bezahlen zu können. Die Folgen sind fatal.
Natürlich kann es so nicht endlos weitergehen. Doch im heutigen System ist ein Leben ohne Wachstum, Verschwendung und Umweltzerstörung nicht vorgesehen. Die Ausgabe LE MONDE diplomatique „Atlas der Globalisierung – Weniger wird mehr“ beschäftigt sich mit den Folgen des grenzenlosen Wachstumszwanges und stellt Überlegungen an, wie das Leben in einer Postwachstumsgesellschaft aussehen könnte. Auf die Kernproblematik des fatalen zinsbasierten Geldsystems und Alternativen dazu, wird jedoch leider nicht eingegangen.


Titel: Atlas der Globalisierung
Untertitel: Weniger wird mehr
Verlag: TAZ, LE MONDE diplomatique
Veröffentlichung: 28.07.2015
Sprache: Deutsch
Seiten: 173
ISBN-13: 978-3-937683-57-7
Preis: 16,00 Euro