Die Nimmersatten

Die Nimmersatten
Es zeugt von großer Überheblichkeit, dass der „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“ (ehemals Gebühreneinzugszentrale, GEZ) zwar die Bevölkerung zu Gunsten der öffentlich-rechtlichen Sender zwingt, Gebühren für Fernseh- und Radioprogramme zu bezahlen, dann aber nicht gestatten, dass die Geldgeber sich an der Programmgestaltung beteiligen. Die für die Programmgestaltung Verantwortlichen, halten es nicht einmal für nötig, die Gebührenzahler darüber aufzuklären, wie das viele Geld verwendet wird. Paradoxerweise müssen in diesem System auch die Mitarbeiter der privaten Sender das Einkommen ihrer Konkurrenten bezahlen, denn auch die sind nicht von den Gebühren befreit.
Dass die Programmgestaltung durchaus fragwürdig ist und wertvolle Gebührengelder für seichte Unterhaltung und schlechte Talkshows ausgegeben werden, habe ich bereits des Öfteren bemängelt. Aber nicht nur das schlechte Programm sollte kritisiert werden, sondern auch die skrupellosen Machenschaften korrupter Mitarbeiter beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Selbst vor riskanten Investitionen in ausländische Staatsanleihen oder die Expansion von Tochterunternehmen nach Amerika schrecken die Verantwortlichen nicht zurück. Die Notwendigkeit solcher Aktionen zur Erfüllung des Rundfunkstaatsvertrages erschließt sich nicht unbedingt. Offensichtlich möchten sich einige Leute bei den Öffentlich-Rechtlichen die eigenen Taschen füllen. Andernfalls könnte man zumindest die Gewinne aus den unnötigen Geschäften dem Programm zugute kommen lassen und die Gebührenzahler entlasten, indem die Beiträge gesenkt werden. Die Rundfunkgebühren wurden aber noch nie gesenkt. Entweder sind die Firmengründungen und Investitionen im Durchschnitt nicht gewinnbringend oder das Geld kommt nicht dort an, wo es sich der Gebührenzahler wünschen würde. Sollten die Aktionen aber nicht gewinnbringend sein, dann ist es schwer verständlich, warum man seit so langer Zeit daran festhält. Es stellt sich also die Frage, wo das Geld landet. Auch wenn einige Investitionen verlustreich sind (wofür der Gebührenzahler dann natürlich natürlich aufkommen muss), so werden die Geschäfte im Gesamten doch profitabel sein.
In seinem Buch „Die Nimmersatten“, zeigt Hans-Peter Siebenhaar sehr anschaulich, welch zwielichtige Geschäfte bei den Öffentlich-Rechtlichen abgewickelt werden, ohne dass die Verantwortlichen ernsthaft zur Rechenschaft für die Verschwendung der Gebührengelder gezogen werden.

Titel: Die Nimmersatten
Untertitel: Die Wahrheit über das System ARD und ZDF
Autore: Hans-Peter Siebenhaar
Seiten: 239
Verlag: eichborn
Veröffentlichung: 16.11.2012
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3-8479-0518-9
Preis: 14,99 Euro

Es gibt Tiere und es gibt Tiere

Wenn jemand eine Katze oder einen Hund auf der Straße einfängt, das Tier an den Hinterbeinen aufhängt und ihm bei lebendigem Leib die Kehle durchschneidet, denn würde man ihn als psychisch krank bezeichnen und für sein schreckliches Verhalten verurteilen. Die meisten Menschen in dieser Gesellschaft würden ein solches Verhalten nicht akzeptieren und schon garnicht für gut heißen. Jeder, der Tiere so quält, müsste sich dafür rechtfertigen. Das Argument „ich tue das, weil es mir Spaß macht“, würde man kaum gelten lassen.
Beim Essen sieht es jedoch gänzlich anders aus. Da muss man sich niemand rechtfertigen, wenn für ihn eine Kuh, ein Schwein oder ein Huhn an den Beinen aufgehängt wird und man dem Tier die Kehle durchschneidet, damit es lebendig verblutet. Dabei dient der Fleischkonsum eigentlich ebenfalls nur dem Vergnügen, schließlich können Menschen auch ohne Fleisch auskommen. Um so verwunderlicher ist es, das man sich rechtfertigen muss, wenn man sich vegetarisch oder gar vegan ernährt, um anderen Lebewesen möglichst wenig zu schaden.
Offensichtlich unterschieden viele Leute zwischen Tieren und Tieren. Es gibt Tiere, die man nicht zum Vergnügen töten darf und es gibt Tiere, die man zum Vergnügen töten darf.
Es gibt Tiere und es gibt Tiere weiterlesen

Scheinheilige Geschäfte – Die Finanzen des Vatikans

Die fiktive Handlung des Computerspiels Assassins Creed ist an wahre historische Begebenheiten angelehnt, die aber mitunter sehr frei interpretiert werden. So existieren in dem Spiel sogenannte Edensplitter. Das sind uralte, übermächtige Artefakte, die von Wesen, die einst auf der Erde lebten genutzt wurden, um die Menschen zu unterdrücken. Im zweiten Teil des Computerspiels, dessen Handlung im späten 15. Jahrhundert zur Zeit der Renaissance in Italien stattfindet, unterhält sich der Protagonist Ezio Auditiore, der vom Spieler gesteuert wird, mit dem Papst Rodrigo Borgia. Der Papst, der immer wieder im Spiel auftaucht, entpuppt sich als Oberhaupt der Verschwörer und Herr über die Templritter. In dem Spiel versuchen die Templer, eine Geheimorganisation, die bis in die Gegenwart fortbesteht, die Edensplitter zu finden um die Weltherrschaft an sich zu reißen. Der Assassine Ezio versucht dies zu verhindern.
Als Ezio den skrupellosen Papst in einem Kampf stellt, fragt sagt er ihn „Ihr seid der Papst und doch lehnt Ihr die zentralen Elemente Eurer Religion ab.“ Darauf antwortet in dem Spiel der Papst Rodrigo Borgia „Bist du so naiv? Ich wurde Papst, weil dies mir Zugang verschafft. Glaubst du, ich glaube auch nur ein einziges Wort aus diesem lächerlichen Buch?“

Scheinheilige Geschäfte
Aber nicht nur in dem fiktiven Computerspiel, sondern auch in der Realität scheinen hochrangige geistliche Vertreter eher dem Geld und der Macht zugeneigt, als den eigentlichen Werten und Lehren ihrer Religion. So verfügt der Katholizismus beispielsweise über eine Soziallehre, die sich auf den Kampf gegen die Armut und die Verurteilung des Geldes als „Teufelswerk“ gründet. Im Matthäus-Evangelium heißt es, dass es ist leichter sei, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als dass ein Reicher ins Reich Gottes komme. Und auch das Zinssystem wird an vielen Stellen in der Bibel angeprangert, das nehmen von Zinsen gar mit dem Tode bestraft. Entsprechend verwunderlich ist es, das der Katholizismus über eine eigene Bank verfügt, die sich im Vatikan befindet. Die Vatikanbank ist keine Bank, die sich für eine gerechtere Verteilung der Vermögen einsetzt, wie man es vielleicht erwarten könnte. Auch diese Bank unterstützt das Zinssystem, das die Vermögen der armen arbeitenden Bevölkerung in Form von bedingungslosen Zinseinkünften an die Reichen umverteilt, nach besten Möglichkeiten. Da die Kirche bereits selbst beachtliche Vermögen angehäuft hat, profitiert sie natürlich auf Kosten unzähliger Menschen von diesem System. Die Vatikanbank bietet sogar mitunter eine bessere Verzinsung der Einlagen als die besten (und skrupellosesten) Hedge-Fonds und bietet einen ganz besonderen Vorteil: das absolute Bankgeheimnis. Die Vatikanbank ist für Kontrollen unzugänglicher als die Cayman-Inseln und verschwiegener als die Banken der Schweiz. Vorschriften zur Verhinderung von Geldwäsche haben hier keine Bedeutung (was allerdings mitunter die Zusammenarbeit mit anderen Banken … erschwert) und internationale Behörden wurde nie eine Kontrolle gestattet. Ein großer Teil der Einlagen erfolgt in Bargeld oder Goldbarren ohne eine Spur zu hinterlassen. Davon profitieren natürlich auch Leute, die auf der einen Seite viel Geld und auf der anderen Seite viele Probleme mit der Justiz haben. Mord, Totschlag und enge Kontakte zur Mafia sind nicht ungewöhnlich. Mit den allgemein bekannten christlichen Lehren hat das Verhalten des Vatikans wenig zu tun. Wie auch in dem Computerspiel geht es um Macht. Lediglich die Edensplitter existieren in der Realität nicht. Stattdessen sind die hochrangigen Geistlichen auf der Suche nach Geld, denn Geld eignet sich ebenfalls dazu, die Menschheit zu kontrollieren.
Das Buch „Scheinheilige Geschäfte“ von Curzio Maltese gibt interessante Einblicke in die Machenschaften des Vatikans. Dort wird die gepredigte Armut gewiss nicht gelebt. Die Kirche bereichert sich wo immer es ihr möglich ist. Soziale Errungenschaften, gesellschaftliche Regeln und handfeste Gesetzte werden dabei weitgehend ignoriert.

Titel: Scheinheilige Geschäfte
Untertitel: Die Finanzen des Vatikans
Autore: Curzio Maltese
Seiten: 158
Verlag: Kunstmann
Veröffentlichung: 04.03.2009
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3-88897-558-5
Preis: 16,90 Euro

Wetten dass … wir doch Werbung bringen?

Vor sehr langer Zeit, ließ ich mir keine Wetten-dass…?-Sendung entgehen. Damals machte ich mir keine Gedanken über die sinnvolle Verwendung von Rundfunkgebühren und stellte mir auch nicht die Frage, ob solch seichte Unterhaltung in einem Fernsehprogramm platziert werden sollte, das eigentlich für informative Sendungen genutzt werden könnte, die den Menschen wichtiges Wissen für ihren persönlichen Alltag näher bringen. Für Unterhaltungssendungen sorgten schließlich auch damals schon die Privatsender sehr umfassend.
Aber zumindest handelte es sich damals bei „Wetten dass …?“ vermutlich noch um eine Unterhaltungssendung mit spannenden Wetten. Irgendwann verbrachte der Moderator mit den blonden Haaren und der Vorliebe für ungesunde bunte Bärchen aus dem Plastikbeutel aber einen immer größeren Teil der Sendezeit damit, sich mit prominenten Personen über Belanglosigkeiten zu plaudern. Die Wetten gerieten in den Hintergrund. Aus der Unterhaltungssendung wurde eine Talkshow ohne Inhalt. Seit damals habe ich mir keine Wetten-dass-Sendung mehr angeschaut.
Wie ich nun in der Zeitschrift „Der Spielgel“ lesen musste, hat sich bei „Wetten dass ..?“ in der Zwischenzeit noch mehr geändert. Auch wenn bei den Öffentlich-Rechtlichen am Abend keine Werbung mehr ausgestrahlt werden darf, haben die Macher der Sendung offensichtlich in den letzten Jahren immer wieder neue Wegen ergründet, Werbung für Konzerne direkt in der Sendung zu platzieren und das Werbeverbot geschickt zu umgehen. Da wurde dann bei den Wetten schon mal ein besonderes Automodell in den Mittelpunkt gerückt und hervorgehoben, wie beliebt das Fahrzeug sei. Dabei musste der Moderator Thomas Gottschalk natürlich darauf achten, dass er keine signifikanten Teile des Wagens verdeckt und die Kammeraleute hatten darauf zu achten, dass sie den fahrbaren Untersatz gut in Szene setzten.[1] (S. 56-63) [2] (S. 64-66)
Wetten dass … wir doch Werbung bringen? weiterlesen

Die Ökolüge

Die Ökolüge
Die Logik des Geldsystems erzwingt es, dass in immer kürzerer Zeit immer mehr produziert und konsumiert wird. Dabei müssen die Gewinne natürlich mindestens dem entsprechen, was eine Anlage des eingesetzten Kapitals an Zinsen bringen würde, denn andernfalls rentiert sich das Geschäft nicht. Kein Wunder, dass dabei Tier- und Umweltschutz und natürlich die Qualität auf der Strecke bleiben.
Da die Verbraucher sich aber nach der heilen Welt sehen, die sie aus der Werbung kennen, ist es nicht ganz einfach, die minderwertige Ware zu verkaufen, die tatsächlich hergestellt wird. Aber es gibt eine Lösung. Um die wenigen Produzenten, die tatsächlich versuchen nachhaltig zu wirtschaften und die Belange der Umwelt zu berücksichtigen, aus der großen Masse der Minderwertigkeit hervorzuheben, wurden diverse Zertifikate, Siegel und Etiketten eingeführt, welche die Qualität der Produkte aufzeigen sollen. Für die großen global agierenden Konzerne ist es nun ein leichtes, auch den schlechten Produkten solche mitunter selbst ausgedachten Zertifikate anzuheften und ihren Produkten ein verkaufsförderndes positives Image zu verpassen.
Der Autor dieses Buches blickt hinter die Kulissen und enthüllt, wie die Konsumenten manipuliert und betrogen werden.

Titel: Die Ökolüge
Untertitel: Wie Sie den grünen Etikettenschwindel durchschauen
Autore: Stefan Kreuzberger
Seiten: 300
Verlag: ullstein
Veröffentlichung: 10.08.2012
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3-548-37455-0
Preis: 9,99 Euro

Pasquino, die „sprechende“ Statue

abc
Pasquino[1]
In der Nähe der Piazza Navona in Rom steht die antike „sprechende“ Statue Pasquino. Seit dem 15. Jahrhundert nutzten die Bürger den Sockel der Statue als schwazes Brett und brachten für alle sichtbar mittels angehefteter Spottverse ihren Unmut über soziale Missstände oder die herrschenden Machthaber zum Ausdruck.
Schade, dass es soetwas nicht in jeder Stadt gibt, denn dies ist eine geniale Möglichkeit, Eindrücke und Meinungen unkompliziert und unabhängig vom Zugang zu den üblichen Rundfunk-Medien kundzutun. Da der Meinungs- und Wissensaustausch die Basis einer Demokratie ist, sollte dieses Konzept unbedingt übernommen werden. Hierfür könnte man beispielsweise die ein oder andere Plakatwand oder Litfaßsäule umfunktionieren, wenn sich keine passende Statue findet.
Den Machthabern scheint dieser Kommunikationsweg allerdings nicht recht zu sein und so ist auch Pasquino mittlerweile weitgehend zum schweigen gebracht worden. Nach Restaurierung der Skulptur und Reinigung des Sockels im Jahr 2009/2010, bei der alle Papierschichten entfernt worden sind, versucht die Stadtverwaltung die erneute Anbringung von Spottversen zu unterbinden.[2]
Pasquino, die „sprechende“ Statue weiterlesen

Werbung im Kampf gegen Werbung

Leider gibt es kriminelle Menschen auf der Welt, die Computerprogramme schreiben, welche beispielsweise die Kommentarbereiche von Blogs oder Gästebüchern im Internet automatisiert mit Werbung für irgendwelche Produkte füllen. Die eigentlichen Mitteilungen von echten Menschen gehen in den computergenerierten Werbefluten unter. An der Stelle gibt es mindestens zwei Möglichkeiten. Man kann die Kommentarfunktion komplett sperren oder aber man legt sich mit den Kriminellen an und baut Mechanismen ein, die verhindern, dass Maschinen einen Eintrag vornehmen können. Da letzteres sehr zeitaufwändig und schwierig ist, habe ich die Kommentarfunktion in diesem Blog derzeit weitgehend außer Kraft gesetzt. Andere Blogbetreiber lassen die Kommentare noch zu, erzwingen aber vor dem Absenden der Nachricht eine Kontroll-Eingabe, die derzeit möglichst nur von Menschen vorgenommen werden kann, um zu überprüfen, ob tatsächlich ein Mensch das Formular ausfüllt.
Ein bekanntes Verfahren ist CAPTCHA (Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart. Das bedeutet wörtlich: „Vollautomatischer öffentlicher Turing-Test zur Unterscheidung zwischen Computern und Menschen“). Hierbei muss der Befragte eine Aufgabe lösen, etwa ein schwer zu entziffernde Buchstaben- und Ziffernfolge erkennen oder Rechenaufgaben lösen. Da die Aufgaben so gestellt sind, dass sie von Computerprogrammen kaum gelöst werden können, ist es der Spam-Software nicht ohne weiteres möglich die nervige Werbung zu platzieren.
Findige Geschäftsleute sind nun aber auf die Idee gekommen, die CAPTCHAs selbst als Werbefläche zu verwenden …

Zwangsgebühren für Gottesdienste

Es gibt viele Religionen und Weltanschauungen. Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Islam, Sunniten, Schiiten oder auch das Christentum. Eine umfassende Liste kann bei Wikipedia eingesehen werden: Liste von Religionen und Weltanschauungen.
Vermutlich würden Menschen, die dem Hinduismus angehören eher keine islamischen Veranstaltungen besuchen oder finanzieren und umgekehrt. Würden Schiiten oder christliche Katholiken den Zeugen Jehovas eine Spende überweisen? Würden Atheisten, die nicht einmal an einen Gott glauben eine Kirche unterstützen? Vermutlich nicht. Das ist durchaus verständlich und nachvollziehbar. Jeder sollte selbst entscheiden können, welche Glaubensgemeinschaft er finanziert und ob er das überhaupt tut.
Wenn aber die öffentlich rechtlichen Sender einen evangelischen Gottesdienst übertragen (wie etwa heute morgen um 9:30 im ZDF), dann müssen Menschen, die in Deutschland einen Wohnsitz haben, aber einer der anderen Glaubensrichtungen angehören, über die zu entrichtende Haushaltsabgabe diese Übertragung finanzieren. Hier gibt es keine Möglichkeit, sich zu wehren. Wer in Deutschland wohnhaft ist, muss für diese religiöse Veranstaltung bezahlen, selbst wenn er die verbreiteten Informationen für falsch hält. Er wird nicht einmal eine Gegendarstellung erwirken können, denn dann müssten die Öffentlich Rechtlichen theoretisch auch einen Gottesdienste für alle anderen Religionen übertragen, damit diese auch ihre „Wahrheit“ verkünden können.

Und auch ansonsten ist das Programm des gebührenfinanzierten Fernsehens heute wieder eher anspruchs- und belanglos. Kinderfilme, Sportveranstaltung, Suchtbefriedigung (Lotto), Seifenopern, …

Cola, Reis & Heuschrecken – Welternährung im 21. Jahrundert

Cola, Reis & Heuschrecken – Welternährung im 21. Jahrundert
In der Ausgabe „Cola, Reis & Heuschrecken – Welternährung im 21. Jahrundert“ der Zeitschrift EDITION • LE MONDE diplomatique werden verschiedene Ursachen des globalen Hungerdramas aufgezeigt. Spekulanten treiben die Preise für das Essen in die Höhe. Kleinbauern in den armen Ländern verlieren ihr Land, auf dem dann durch globale agierende Konzerne agrarische Exportgüter für die reichen Länder angebaut werden. Die Europäische Union und die Vereinigten Staaten von Amerika ruinieren mit Freihandelsabkommen und subventionierten Dumpingexporten die bäuerliche Bevölkerung in Entwicklungsländern. Die Ernten ganzer Länder werden durch Heuschrecken vernichtet. Durch den hemmungslosen Fleischkonsum und die Wegwerf-Mentalität in den technisch hochentwickelten aber ethisch und moralisch oftmals unterentwickelten Industrieländern, werden wertvolle Ressourcen verschwendet, die auf dem Weltmarkt fehlen.
Diese und viele weitere Probleme werden in der lesenswerten Zeitschrift angesprochen und verschiedene Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Titel: Cola, Reis & Heuschrecken
Untertitel: Welternährung im 21. Jahrundert
Zeitschrift: EDITION • LE MONDE diplomatique
Herausgeber:
Seiten: 112
Verlag: taz Verlags- und Vertriebs GmbH
Homepage: http://www.monde-diplomatique.de/
Veröffentlichung: 2011
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3-937683-31-7
Preis: 8,50 Euro

„Warum lieben Sie mich nicht?“ – ein Anruf vom „Valentins-Banker“

Am Rosenmontag war ich gerade damit beschäftigt mein Narrenkostüm anzulegen (dieses Jahr verkleidete ich mich stilecht als Ben Bernanke samt Helikopterhelm, Zauselbart, schlecht sitzendem Anzug und Taschen voller wertloser Papierschnipsel) als plötzlich das Telefon klingelte. In bester Cold-Call-Manier meldete sich am Ende der Leitung ein „vertriebsorientierter Bankkaufmann“ früher auch bekannt als mein „Bankberater“.

Weiterlesen: „Warum lieben Sie mich nicht?“ – ein Anruf vom „Valentins-Banker“

Maroder Sarkophag

Während einige Menschen nach wie vor behaupten, dass die Stromerzeugung durch Atomkraftwerke sicher und günstig sei, ist ein Dach des 1986 havarierte ukrainische Atomkraftwerk Tschernobyl unter den Schneemassen eingestürzt.[1] Damit wird den Menschen einmal mehr vor Augen geführt, wie zerbrechlich und kurzlebig die von ihnen geschaffenen Werke sind. Ein großer Teil der Strahlung, die aus dem zerstörten Kraftwerk in die Umwelt gelangt, ist hingegen nicht so kurzlebig.
Maroder Sarkophag weiterlesen

Albtraumhafte Matratzenpreise

Ohne zu schlafen können wir nicht überleben und so verbringen wir etwa 1/3 des Lebens auf einer Matratze. Matratzen sind leider nur einige Jahre haltbar und müssen irgendwann ausgetauscht werden, wenn sie durchgelegen sind.
So führte uns vor kurzem der Weg in eine Filiale einer großen Kette für Matratzen. Das erste, was aufgefallen ist, war die extrem ungemütliche Atmosphäre. Die Räumlichkeiten waren von kalten Leuchtstoffröhrenlicht durchflutet. Keine Umgebung, in der man sich freiwillig aufhalten würde. Ein großer Minuspunkt auf der gedanklichen Liste. Das zweite, das aufgefallen ist, war, dass die Verkäuferin sehr freundlich und hilfsbereit war. Zu dem bisherigen Minuspunkt gesellt sich ein Pluspunkt.
Als drittes vielen die Preise auf. Der Laden hing zwar voll mit Preisschildern für Matratzen, Lattenrosten und Kissen, die hervorgehobenen günstigen Preise, waren aber normalerweise nicht die Preise für das Produkt, dem man sie auf den ersten Blick zuordnen würde. So war an einer Kiste mit großen Kissen beispielsweise ganz groß der Preis von Knapp 15 Euro angeschrieben, aber der galt für irgendwelche kleine Kissen. Der Preis für die großen Kissen, die in der Kiste zu sehen waren, stand ganz klein auf dem Schild im unteren Eck und lag bei etwa 25 Euro.
Und auch die Matratzen waren alles andere als günstig. 500 bis 700 Euro musste man einkalkulieren. Zumindest die Art, wie niedrigere Preise suggeriert werden, führt zum nächsten gedanklichen Minuspunkt. Hier werden leider falsche Tatsachen vorgespiegelt, denn so günstig, wie die Preisschilder auf den ersten Blick vermuten lassen, sind die Produkte nicht.
Nun gut, Qualität hat nun mal ihren Preis. Hm, aber kann man in einem Laden, der eher wie eine triste Lagerhalle eingerichtet ist, Qualität erwarten, die den Preis rechtfertigt?
Albtraumhafte Matratzenpreise weiterlesen

Krautreporter

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, journalistische Leistungen zu finanzieren. Eine Möglichkeit, ist beispielsweise die Finanzierung durch Werbeeinnahmen. Der Nachteil liegt auf der Hand: Wer zahlt bestimmt die Musik. In diesem Fall bestimmen die Konzerne, welche die Werbung schalten, direkt oder indirekt über welche Themen berichtet wird.
Eine zweite Möglichkeit ist es, Nachrichten und Reportagen durch Zwangsgebühren zu finanzieren, so wie es beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk der Fall ist. Allerdings funktioniert auch dieses System nur bedingt. Auch bei den Öffentlich-Rechtlichen wird Werbung geschaltet, um die Einnahmen weiter zu erhöhen, wodurch natürlich die Abhängigkeit von den werbetreibenden Unternehmen ebenfalls gegeben ist. Außerdem werden große Summen für überzogene Moderatorengehälter und Senderechte an belanglosen Sportveranstaltungen ausgegeben. Nur ein kleiner Teil der Einnahmen fließt tatsächlich in eine hochwertige Berichterstattung. Darüber hinaus haben diejenigen, die bezahlen beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk normalerweise kein Mitspracherecht. Die Sender legen nicht einmal darüber Rechenschaft ab, welche Summen der Gebühren sie für welche Zwecke aufwenden. Es gibt keine Möglichkeit, bestimmte Projekte gezielt zu unterstützen und andere Projekte außen vor zu lassen. Das hat natürlich den Vorteil, dass auch Spartensendungen, die zwar möglicherweise hochwertig sind, die aber nur eine kleine Zielgruppe erreichen produziert werden können. Der Nachteil ist aber, dass der Gebührenzahler auch für solche Sendungen bezahlen muss, die seinen ethischen und moralischen Wertvorstellungen zuwider laufen. Kurzum, der Gebührenzahler finanziert zwangsweise Projekte, die er nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann.
Ein weiteres Modell stellt die freiwillige Finanzierung journalistischer Projekte dar.

An dieser Stelle möchte ich eine Plattform vorstellen, die auf diesem Gebiet tätig ist: Krautreporter

Dabei handelt es sich um eine Journalismus-Crowdfunding-Plattform für den deutschsprachigen Raum.

Viele Journalisten haben die Idee für eine Story im Kopf, die nur darauf wartet, recherchiert und veröffentlicht zu werden. Krautreporter bietet Journalisten wie Printreportern, Fotografen, Dokumentarfilmern oder Podcastern die finanzielle Möglichkeit, eine Story zu recherchieren und zu veröffentlichen. Krautreporter sorgt dafür, dass Journalismus nicht am Geld scheitert.

Journalismus-Crowdfunding ermöglicht Storys, die wichtig sind, die aber niemand finanziert. Für manche journalistischen Projekte haben Medienunternehmen einfach kein Geld mehr. An deren Stelle treten bei Krautreporter viele freiwillige Unterstützer. Sie finanzieren mit kleinen Beträgen Reportagen, Recherchen und Reisen, Features, Fotos und Filme. Krautreporter macht aus Lesern Journalismus-Förderer.

Was ist Crowdfunding?

Beim Crowdfunding („Schwarmfinanzierung“) ermöglichen viele Geldgeber gemeinsam ein Projekt. Reporter stellen im Internet ihre Idee vor und bitten um Finanzierung einer bestimmten Summe innerhalb einer bestimmten Frist. Online-Spender helfen mit kleinen oder großen Beträgen, dieses Ziel zu erreichen. Jedes Projekt muss vollständig finanziert sein, bevor die Frist abläuft. Sollte das Finanzierungsziel nicht erreicht werden, erhalten die Unterstützer ihr Geld zurück.

Ist ein Pitch erfolgreich, macht sich der Reporter an die Arbeit. Die Reporter, Fotojournalisten, Dokumentarfilmer und Hörfunker, die Du auf Krautreporter findest, haben die vollständige Kontrolle und Verantwortung über ihre Projekte. Natürlich behalten Journalisten sämtliche Nutzungsrechte und veröffentlichen ihre Arbeit, wo sie möchten.

Quelle: Krautreporter

Durch diese Art der Finanzierung haben Reporter die Möglichkeit zu Themen zu recherchieren und darüber zu berichten, die in den Mainstream-Medien keinen Platz finden. Der Konsument wiederum kann genau die Projekte finanzieren, die seinen Wertvorstellungen entsprechen und muss nicht für Inhalte bezahlen, die er nicht unterstützen möchte.

Weitere Informationen und Möglichkeiten zu finanziellen Unterstützung der Projekte sind auf der Homepage zu finden: https://krautreporter.de/

Menschenopfer für die Liberalisierung der Agrarmärkte

Ich las gerade den Artikel „Billigmais für Mexiko“ in einer Ausgabe der Zeitschrift „EDITION • LE MONDE diplomatique“, die 2011 erschien.[1] (S. 77) Dort wird über die Folgen der Liberalisierung des mexikanischen Agrarmarktes berichtet.
Vorangetrieben wurde die Öffnung des Marktes auch durch das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA). Zusammengefasst bewirkt dieses Abkommen unter anderem, dass Mexiko beispielsweise keine oder nur noch geringe Zölle auf wichtige Güter erheben darf, die amerikanische Unternehmen, oftmals durch Subventionen unterstützt, billig nach Mexiko exportieren. Die Preise sind dank der Subventionen mitunter so niedrig, dass die Mexikaner sie nicht einmal selbst so billig herstellen könnten. Der mexikanische Agrarmarkt ist gegen die Importe chancenlos und bricht zusammen. Unzählige Bauern verlieren in Mexiko in Folge der Abschaffung der Handelsschranken, die ihnen bislang Schutz boten, ihre Arbeit und damit ihr Einkommen … ihre Lebensgrundlage. Gewinner sind lediglich die hochgerüstete Konzerne aus dem Ausland ihre ohnehin schon hohen Gewinne weiter steigern können.
Mein erster Gedanke war, dass die Bauern, viele Menschen also, die in Mexiko leben, durch die Politiker an die Konzerne regelrecht geopfert wurden.
Und tatsächlich, auf der nächsten Seite ist dann zu lesen:

Auf mexikanischer Seite gibt man zu, dass die Regierung die Landwirtschaft in der Tat im Zuge der Verhandlungen „geopfert“ habe. Das war eine wahrhaft kriminelle Entscheidung: [..][1] (S. 78)

Quelle: LE MONDE diplomatique

Menschenopfer für die Liberalisierung der Agrarmärkte weiterlesen