Wenn Umweltschutz unnötig wird

Unser Geldsystem erzwingt durch Zins und Zinseszins ein exponentielles Wirtschaftswachstum und damit einen exponentiell wachsenden Verbrauch an Ressourcen. Wenn die Wirtschaft langsamer wächst, wird es schwer, die auf die Sparvermögen anfallenden Zinsen zu bedienen. In gewissem Umfang lässt sich die Problematik entschärfen, indem die Löhne reduziert und der entsprechende Anteil zur Bedienung der Zinsen aufgewendet wird. Das geht natürlich nur eine begrenzte Zeit. Irgendwann würden die gesamten Einkommen nicht mehr den vielen arbeitenden Menschen zukommen, sondern den wenigen Menschen, die bereits große Vermögen angehäuft haben in Form von Zinserträgen. Falls die Wirtschaft im Vergleich zu heute überhaupt nicht mehr wächst, also gleich bleibt, werden wird auch der Ressourcenverbrauch gleich bleiben. Die Ausbeutung der Umwelt würde dann zumindest nicht mehr zunehmen. Dafür würde das System aber noch schneller kollabieren. Einem negatives Wachstum, also eine Reduzierung des Wachstums und damit tatsächlich eine Einsparung im Vergleich zu heute, würde ganz schnell zum Zusammenbruch führen und die Welt wird im Chaos versinken. Der Handel und die Versorgung mit sämtlichen Gütern käme zum erliegen.
Der Schutz der Umwelt durch das Einsparen von Ressourcen (abgesehen von Effizienzsteigerungen) ist also nicht möglich. Bei diesem Geldsystem gibt es nur die Wahl zwischen wachsender Verschwendung und Zerstörung oder einem weitreichenden Zusammenbruch. Um die Umwelt nachhaltig zu schützen, muss also erst ein Geldsystem eingeführt werden, das ohne Zwang zum Wachstum auskommt. Erst danach macht es Sinn, über Umweltschutzmaßnahmen nachzudenken, denn erst dann sind sie tatsächlich möglich, ohne fatale Konsequenzen nach sich zu ziehen. Dann aber, wenn tatsächlich ein solches Geldsystem existiert, werden Umweltschutzbemühungen kaum noch nötig sein, da viele zerstörerische Aktivitäten durch die Konzerne entweder nicht mehr nötig sind oder sich nicht mehr lohnen.