Währungsreformen in Deutschland

Bis zum Jahre 1871 gab es im deutschen Sprachraum verschiedene Währungen: Taler, Gulden, Kreuzer und Groschen. Von 1871 bis 1873 wurden diese im Zuge einer Vereinheitlichung von der Mark abgelöst. Zwischen 1923 und 1925 wurde auf die durch die Grundschuld gestützte Rentenmark umgestellt. Sowohl Unternehmer, als auch Grundstücks- und Hauseigentümer mussten hierfür sechs Prozent des Grundeigentums an den Staat übertragen. 1924 wurde parallel dazu die Reichsmark eingeführt, welche durch materielle Güter, wie etwa Kohle oder Gold, gestützt war. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde 1948 zunächst in Westdeutschland die Deutsche Mark und direkt darauf in Ostdeutschland die Deutsche Mark der Deutschen Notenbank eingeführt. 1957 führte die DDR nochmals eine „kleine“ Währungsreform durch um größere Mengen an Bargeld aus dem Umlauf zu ziehen. 1990 wurde auch in Ostdeutschland die Deutsche Mark eingeführt. 1999 und 2002 wurde dann der Euro zunächst nur als Buchgeld und dann als Bargeld eingeführt.

Alle paar Jahrzehnte müssen die Währungsverhältnisse neu geordnet werden. Fast immer wurden dabei Immobilienbesitzer intensiv zur Kasse gebeten und Besitzer von Geldvermögen verloren diese gewöhnlich, sofern die Reformen nicht der Vereinheitlichung dienten. Wer gar Schulden hatte, war erst recht schlecht dran, denn bei Währungsreformen werden normalerweise nur die Staatsschulden gestrichen, nicht jedoch die Verpflichtungen normaler Bürger. Das wird auch bei der nächsten Währungsreform wieder so sein. Auch dann werden die Immobilienbesitzer wieder zur Kasse gebeten und wer seine Arbeitszeit in Geld angelegt hat, um im Alter davon zehren zu können, wird seine Lebenszeit unwiederbringlich verschwendet haben, da er nach der Reform keine großen Geldbeträge mehr sein Eigen nennen können wird.

Wirtschaft wächst kräftig

Bei n-tv erschien am 11. Januar 2012 ein Artikel[1], der folgendermaßen begann:

Wirtschaft wächst kräftig

Quelle: n-tv

Die Überschrift verkündet, dass die „Wirtschaft kräftig wächst“. Wenn man die Nachrichten nur überfliegt, wird diese Aussage im Gedächtnis bleiben, während man schon zur nächsten Überschrift blickt. Weniger Beachtung wird die Aussage darüber finden: „Vollbremsung am Horizont“. Im Überschriftenblock stehen bei diesem Artikel zwei gegensätzliche Aussagen, wobei einer der beiden Aussagen durch typographische Formatierungen mehr Gewicht gegeben wird, so dass der Leser die andere Aussage leicht ausblenden kann. Schon im einleitenden Abschnitt wird klar, worum es im Artikel eigentlich geht: um die Systemkrise und den Abschwung der Wirtschaft, also das worauf der unauffällige Teil der Überschrift hinweist.

Literaturverzeichnis:
[1]
Vollbremsung am Horizont - Wirtschaft wächst kräftig; http://www.n-tv.de/wirtschaft/Wirtschaft-waechst-kraeftig-article5180581.html; 11.01.2012

Ohne Alkohol kein Sport

Wenn man ein Stadion aufsucht, um einem Fußball-Wettbewerb beizuwohnen, muss man sich an die dortigen Regeln und die Hausordnung halten, andernfalls droht ein Hausverbot. Wenn man ein fremdes Land bereist, muss man sich an die dortigen Gesetze und Übereinkünfte zu halten. Ein rücksichtsvolles Verhalten gebietet schon die Höflichkeit. Den verantwortlichen des Fußballverbandes FIFA mangelt es offensichtlich an Respekt anderen Menschen und Kulturen gegenüber. Sie respektieren scheinbar nicht die lokalen Gesetze und auch nicht die Regeln in den Fußballstadien, die sie für ihre Veranstaltungen nutzen möchten.
Rauschmittel und sonstige Drogen gehören sind im Rahmen sportlicher Aktivitäten eigentlich nicht nötig, ja oftmals sogar kontraproduktiv. Sie betäuben die Sinne und führen zu unkontrolliertem Verhalten. Dennoch ist Bier ein wichtiges Element beim Fußball. Der blonde Gerstensaft ist sogar so wichtig, dass die FIFA ein Alkoholverbot in den brasilianischen Stadien nicht akzeptiert.
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Wissenswertes zum geplanten Vertrag des Europäischen Stabilitätsmechanismus

Schuldenkrise. Dieses Wort gehört mittlerweile zu den täglichen Nachrichten wie das Amen zum Gottesdienst in der Kirche. Es dürfte wohl kaum noch jemanden geben, der nicht mitbekommen hat, dass es irgendwie Probleme gibt. Das Geld wird immer weniger Wert, was an den ständig steigenden Preisen bei weitgehend gleichbleibenden oder gar fallenden Löhnen deutlich wird. Immer mehr Staaten drohen zahlungsunfähig zu werden und eigentlich ist sowieso jeder Staat, viele Firmen und einige Privatpersonen hoch verschuldet.
Die tatsächlichen Ursachen finden in der öffentlichen Diskussion keine Beachtung. Dafür werden immer neue Einrichtungen und Mechanismen ersonnen, die mehr macht bei immer weniger Personen konzentrieren um angeblich die Kontrolle über die anscheinend ausweglose Situation zu erlangen. Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) zählt hierzu und soll ab Mitte 2012 die Stabilität der Eurozone sichern und ist ein geplanter Teil der umgangssprachlich als „Euro-Rettungsschirm“ bezeichneten Maßnahmenpakete, wie man auf Wikipedia nachlesen kann.[1] Weiter steht dort: Die ESM-Unterstützungsregelung der Mitgliedstaaten der Eurozone soll dazu dienen, „Staatspleiten“ in der Eurozone aufgrund der Überschuldung von Staatshaushalten einzelner Mitgliedsstaaten und deren negative Folgen für die Gemeinschaftswährung Euro abzuwenden. Sie ist als Ablösung der vorläufigen Maßnahmen des Euro-Rettungsschirms unter Beibehaltung der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) geplant.
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Die Spirale der Verschuldung dreht sich immer weiter

Nun wurden unter anderem auch Frankreich und Östereich im Ranking der Rating-Agentur S&P herabgestuft, wodurch es für diese Länder schwieriger und vor allem teurer werden dürfte, sich an den Finanzmärkten zu refinanzieren. Deutschland kam zwar noch einmal ohne Abstufung des AAA-Ratings davon, aber dennoch werden die Entscheidungen seitens S&P Auswirkungen auf dieses Land haben.

Der Finanzexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Frank Schäffler, ist allerdings der Überzeugung, dass die Länder-Herabstufungen durch S&P drastische Konsequenzen für Deutschland nach sich ziehen werden. Alleine die Herabstufung von Frankreich und Österreich führe dazu, „dass Deutschland nicht mehr rund 40 Prozent, sondern fast 75 Prozent zum Triple-A des Euro-Rettungsfonds EFSF beiträgt“, sagte Schäffler Handelsblatt Online. Der deutsche Garantierahmen von 211 Milliarden Euro werde daher nicht ausreichen.[1]

Quelle: WirtschaftsWoche

Wenn von deutscher Seite aber höhere Beiträge oder Sicherheiten geleistet werden müssen, wird das AAA-Rating noch stärker unter Druck geraten und eine Herabstufung rückt näher, wodurch es dann auch für Deutschland schwieriger wird, sich zu refinanzieren, was zu weiteren Herabstufungen führen dürfte. Derweil werden auch die anderen Länder immer mehr ihrer Bonität verlieren, so dass der Anteil Deutschlands am Euro-Rettungsfond (Europäische Stabilitätsmechanismus, ESM, Euro-Rettungsschirm) nicht wieder geringer werden wird. Letzten Endes wird die Deutsche Bevölkerung immer schneller immer größere Geldsummen erarbeiten müssen und selbst immer weniger zum Leben haben um gleichbleibende oder gar wachsende ESM-Beiträge bei schlechter werdender Kreditwürdigkeit aufbringen zu lönnen. Irgendwann werden die Menschen unter der Last zusammenbrechen.


Literaturverzeichnis:
[1]
FDP-Experte sieht auch Deutschland-Rating bedroht; Dietmar Neuerer; http://www.wiwo.de/politik/ausland/nach-frankreich-abwertung-fdp-experte-sieht-auch-deutschland-rating-bedroht/6066646.html; 13.01.2012

Wenn Umweltschutz unnötig wird

Unser Geldsystem erzwingt durch Zins und Zinseszins ein exponentielles Wirtschaftswachstum und damit einen exponentiell wachsenden Verbrauch an Ressourcen. Wenn die Wirtschaft langsamer wächst, wird es schwer, die auf die Sparvermögen anfallenden Zinsen zu bedienen. In gewissem Umfang lässt sich die Problematik entschärfen, indem die Löhne reduziert und der entsprechende Anteil zur Bedienung der Zinsen aufgewendet wird. Das geht natürlich nur eine begrenzte Zeit. Irgendwann würden die gesamten Einkommen nicht mehr den vielen arbeitenden Menschen zukommen, sondern den wenigen Menschen, die bereits große Vermögen angehäuft haben in Form von Zinserträgen. Falls die Wirtschaft im Vergleich zu heute überhaupt nicht mehr wächst, also gleich bleibt, werden wird auch der Ressourcenverbrauch gleich bleiben. Die Ausbeutung der Umwelt würde dann zumindest nicht mehr zunehmen. Dafür würde das System aber noch schneller kollabieren. Einem negatives Wachstum, also eine Reduzierung des Wachstums und damit tatsächlich eine Einsparung im Vergleich zu heute, würde ganz schnell zum Zusammenbruch führen und die Welt wird im Chaos versinken. Der Handel und die Versorgung mit sämtlichen Gütern käme zum erliegen.
Der Schutz der Umwelt durch das Einsparen von Ressourcen (abgesehen von Effizienzsteigerungen) ist also nicht möglich. Bei diesem Geldsystem gibt es nur die Wahl zwischen wachsender Verschwendung und Zerstörung oder einem weitreichenden Zusammenbruch. Um die Umwelt nachhaltig zu schützen, muss also erst ein Geldsystem eingeführt werden, das ohne Zwang zum Wachstum auskommt. Erst danach macht es Sinn, über Umweltschutzmaßnahmen nachzudenken, denn erst dann sind sie tatsächlich möglich, ohne fatale Konsequenzen nach sich zu ziehen. Dann aber, wenn tatsächlich ein solches Geldsystem existiert, werden Umweltschutzbemühungen kaum noch nötig sein, da viele zerstörerische Aktivitäten durch die Konzerne entweder nicht mehr nötig sind oder sich nicht mehr lohnen.

Wachstum der Staatsverschuldung

Den „Erfolg“ des Abbaus der deutschen Staatsschulden zeigt ein Diagramm bei Wikipedia[1]. Die vermutliche Verschuldung nach weiterer „erfolgreicher“ Reduzierung symbolisiert die von mir eingezeichnete rote Exponentialkurve.

abc
Schuldenwachstum


Literaturverzeichnis:

Verirrungen im Navigations-Dschungel

Vor einiger Zeit war ich mit meinem Vater in einem bekannten Elektroladen um Ausschau nach einem Navigationsgerät für ein Fahrzeug zu halten. Wir erreichten kaum das Regal mit den elektronischen Wegweisern, da tauchte auch schon ein Vertreter eines namenhaften Herstellers auf und bot uns an, uns zu beraten. Beratung ist der moderne Neusprech-Ausdruck für „mit Werbung bombardieren“. Beraten klingt halt einfach besser. Wir lehnten das „Angebot“ dankend ab und mussten sehr bald feststellen, dass es sich bei diesem Angebot um ein solches handelte, dass man nicht ablehnen kann. Denn schon bald meldete er sich wieder zu Wort und fragte, ob wir eine „Beratung“ wünschen. Wir verneinten wieder und beim dritten „Beratungs-Angebot“ ignorierte er unsere Antwort einfach und plauderte darauf los, als gäbe es keinen Morgen mehr. Er versicherte uns zu Beginn, dass wir Glück hätten, da er zwar eine spezielle Firma vertritt – wie auch sein Namensschild verriet – aber schon für viele andere Unternehmen gearbeitet hat und sich somit gut auf dem Markt auskennt.
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