Das Gesamtproblem ist die Überschuldung

In einem Interwiew mit der Zeitschrift Focus Money hat Dirk Müller alias „Mr. Dax“ die Problematik des Finanzsystems mit wenigen Worten überaus treffend beschrieben:

FOCUS Online: Was macht Ihnen denn so Angst? Griechenland, Euro-Krise, die Konjunktur?

Müller: Das sind alles Facetten des Gesamtproblems, und das heißt Überschuldung. Durch die wachsenden Schuldenberge werden wir alle mit immer mehr Zinsen belastet. Zunächst ist die Belastung überschaubar. Aber mit der Zeit wird die Last immer größer. Die Masse der Menschen zahlt Zinsen, die bei wenigen Profiteuren auflaufen. Das trägt dazu bei, dass die Einkommensschere von Jahr zu Jahr größer wird. Zudem steht das für die Zinsen benötigte Geld nicht mehr für die Produktion zur Verfügung. Deshalb kommt es alle paar Jahrzehnte zu einem Reset, zu einer schlagartigen Umverteilung, einfach weil die Menschen diese Belastung nicht mehr tragen können.[1]

Quelle: Focus Money


Das ganze Interview kann hier nachgelesen werden: Währungsreform, Inflation – alles scheint möglich
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Schleichwerbung – die bösen Anderen

Eine der Aufgaben, die sich die Öffentlich-Rechtlichen auf die Fahne geschrieben haben, ist die „Sicherung der demokratischen Werte“[1] durch einen von staatlichen und wirtschaftlichen Einflüssen unabhängigen Rundfunk[2].

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk in der Bundesrepublik Deutschland entstand aus der unmittelbaren historischen Erfahrung des Missbrauchs der Medien. In diesem Sinne wurde ihm vor allem der Auftrag zur Grundversorgung erteilt.[1]

Quelle: GEZ

In diesem Rahmen ist es unabdingbar, die Menschen an vielen Fronten – auch über unliebsame Themen – aufzuklären. Sendungen diesbezüglich dürfen natürlich keinesfalls durch Werbung finanziert werden, um unabhängig von politischen und wirtschaftlichen Einflussträgern zu sein. Schließlich bestimmt derjenige die Musik, der bezahlt. Webewirksam schreibt auch die Gebühreneinzugszentrale (GEZ)

Ihre Rundfunkgebühren sichern einen von staatlichen und wirtschaftlichen Einflüssen unabhängigen Rundfunk.[2]

Quelle: GEZ
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Resistente Krankheitserreger

Auf die Gefahren der übermäßigen Medikamentenabgabe in der Tierhaltung habe ich bereits im Mai 2011 in dem Artikel „Der Stall, die Ursache allen Übels?“ hingewiesen. Da in der modernen Massentierhaltung sehr viele Tiere unter schlechten hygienischen Bedingungen auf engem Raum zusammenleben, breiten sich Krankheiten entsprechend schnell aus. Hinzu kommt, dass die Tiere in der heutigen Turbo-Mast sehr wahrscheinlich keine zuverlässigen Resistenzen gegen Krankheitserreger aufbauen können. Um schwere Krankheitsausbrüche zu verhindern, müssen deshalb große Mengen an Antibiokika verabreicht werden, die dann durch die Fleischprodukte auf dem Essteller oder durch die Entsorgung der Gülle auf den Feldern im Grundwasser landen. Sowohl in den Ställen als auch in der Umwelt bilden sich in der Folge verstärkt Krankheitserreger, die gegen viele Antibiotika resistent sind. Immer mehr Medikamente verlieren ihre Wirkung und können nicht mehr zur Behandung eingesetzt werden, wenn es tatsächlich nötig ist. Bestätigt werden diese Vermutungen auch von wissenschaftlicher Seite:

Bisher ging man davon aus, dass die Resistenzen in erster Linie eine Folge von übermäßiger und unsachgemäßer Vergabe von Antibiotika an den Menschen sei. Die Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie hat deshalb die Initiative „Zündstoff Antibiotika-Resistenz“ gegründet. Mit dem Ziel, Patienten zu sensibilisieren und den Einsatz von Antibiotika in der Humanmedizin zu reduzieren.
[..] Auch Tierärzte sollten dies beachten. Denn in den Mastanlagen ist das Problem identisch.[1]

Quelle: Der Spiegel

Ein ausführlicher Artikel zu dem Thema kann beim Spiegel nachgelesen werden: Risiko Antibiotika – Resistente Superkeime erobern die Umwelt


Literaturverzeichnis:
[1]
Resistente Superkeime erobern die Umwelt; Torsten Mehltretter; http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,791818-2,00.html; 15.10.2011

Wie schlimm wird der Zusammenbruch?

Dass ein auf Zins und Zinseszins basierendes Geldsystem, welches unbegrenztes Wachstum erzwingt und die Kluft zwischen Arm und Reich immer weiter vergrößert, in einer begrenzten Welt nicht funktionieren kann, steht für mich außer Frage. Früher oder später muss es folglich zu einem Zusammenbruch kommen. Wann das genau ist, vermag ich natürlich nicht abzuschätzen. Es ist jedoch kaum zu übersehen, dass sich die Situation immer weiter verschärft. Immer schneller müssen immer größere Geldsummen zur Rettung des maroden Systems bereitgestellt werden. Die Wirkung einer „Finanzspritze“ hält nicht mehr Jahre und auch kaum noch Monate, sondern eher nur noch wenige Wochen. Selbst die etablierten Medien kommen nicht mehr umhin, über die explosive Lage zu berichten. Mehr und mehr Menschen beginnen, das Geldsystem zu hinterfragen und schließen sich weltweit zu Protestgruppen zusammen. Slogans wie „Wir sind die 99 Prozent“ zeigen, dass es den Menschen bewusst wird, dass sie von einer kleinen Gruppe ausgebeutet werden.
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Die D-Mark behalten

Der Engländer Frederick Forsyth schrieb bereits 1997 einen offenen Brief an den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl bezüglich der Einführung der Gemeinschaftswährung, der aktueller kaum sein könnte. Der Brief zeigt, dass die „überraschenden“ Finanz-Probleme von heute bereits vor über 14 Jahren längst bekannt waren. Nachfolgend ein Auszug aus dem im Spiegel erschienenen und sehr lesenswerten Brief „Die D-Mark behalten – Offener Brief von Frederick Forsyth an Kanzler Kohl“:

Frankreich, Spanien, Italien – alle tun es: Sie frisieren ihre Bücher auf eine Weise, die bei Privatleuten sofort das Betrugsdezernat auf den Plan rufen würde. Sie wissen das alles, Herr Kanzler, auch wenn Ihr Volk es nicht weiß. Selbst für Deutschland ist es so gut wie unmöglich, die Konvergenzkriterien zeitgerecht zu erfüllen. Trotzdem bestehen Sie auf dem erhofften Stichtag des 1. Januar 1999. Offen gesagt, das ist verrückt. Es scheint, als könnten die Kriterien aus politischen Gründen quasi ignoriert werden. Das ist jedenfalls die Botschaft, die deutlich aus Brüssel zu vernehmen ist.
Doch Sie haben den Deutschen auch versprochen, daß der Euro eine so harte Währung sein muß und wird wie die D-Mark. Wenn Sie sich auf den Euro einlassen, während Frankreich, Spanien, Italien und die Benelux-Staaten ihre tatsächliche Wirtschaftslage vertuschen, wird der Euro wie ein Stück Butter sein. Die Haie der internationalen Geldmärkte werden das sofort bemerken. Und das Ergebnis? Erst großer Jubel, das Ereignis wird überall mit Sekt begossen (Wissen Sie noch, Berlin 1990?), und dann die Katastrophe. Inflation, wachsende Arbeitslosigkeit und eine 30prozentige Abwertung. Und wer werden die Hauptleidtragenden sein?
Nicht die Belgier, die ihre gewaltigen Schulden an Sie weiterreichen. Nicht die Franzosen, Spanier und Italiener, die meinen, die Deutschen könnten sich nun um ihre leeren Pensionskassen kümmern. (Denken Sie daran: Wenn man Wirtschaftssysteme zusammenschließt, erbt man nicht nur die Vermögen von beiden, sondern auch die Defizite von beiden.) Nicht die ungewählten Parasiten in Brüssel, die gerne bereit sind, Ihnen zu sagen, Helmut Kohl sei irgendein europäischer Gott.
Nein, es sind die Deutschen, die bezahlen werden, wieder einmal. Sie werden ihr schwerverdientes Geld nach Osten und Westen tragen, bis ihnen nichts mehr übrigbleibt, womit sie zahlen könnten, außer ihrer Arbeitslosenunterstützung.[1]

Quelle: Spiegel


Literaturverzeichnis:
[1]
Die D-Mark behalten – Offener Brief von Frederick Forsyth an Kanzler Kohl; Frederick Forsyth; http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8687052.html; 31.03.1997

Subventionswahnsinn

Wenn man Einkäufe tätigt, trifft man Entscheidungen. Man entscheidet sich beispielsweise für bestimmte Produkte von irgendwelchen Herstellern oder Marken zu bestimmten Preisen. Manche Produkte kauft man, weil sie günstig sind, andere, weil sie einem gefallen. Beim Einkaufen kann man aber auch ganz gezielt Produkte oder Hersteller meiden, wenn man etwa mit der Produktqualität oder mit der Geschäftspolitik des Konzerns unzufrieden ist. Zugegeben, es ist extrem schwierig, konsequent auf alle Produkte zu verzichten, bei deren Produktion beispielsweise Menschen und andere Tiere ausgebeutet werden. Man wird für fast kein Produkt einen Hersteller finden, der nicht so einiges auf dem Kerbholz hat. Aber zumindest kann man sich die schlimmsten Produzenten herausgreifen und auf deren Ware verzichten.
Während man sich jedoch auf der einen Seite vielleicht bemüht, möglichst solche Produkte zu kaufen, die man mit seinem Gewissen vereinbaren kann, wird man auf der anderen Seite vom Staat (also von sich selbst)* gezwungen, für viele Produkte zu bezahlen, die man sich nicht kaufen würde, weil man die entsprechenden Hersteller nicht für ihr unakzeptables Verhalten belohnen möchte.
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Was kommt nach dem Ende des Euro?

Dass die europäische Währung zum Scheitern verurteilt ist, wird in diesen Tagen immer offensichtlicher. Eine Währung, die grenzenloses Wachstum erzwingt und die auf einer grenzenlosen Verschuldung basiert ist in einer Welt mit begrenzten (verfügbaren) Ressourcen auf Dauer nicht realisierbar. Immer schneller müssen Nachschuldner gefunden werden, die immer höhere Kredite aufnehmen. Das wird aber zunehmend schwieriger, da die Anzahl kreditwürdiger Personen/Unternehmen/Staaten rasant abnimmt. Die Ratingagenturen kommen nicht mehr umhin, Abwertungen in Form von Rundumschlägen zu verteilen. Weder Staaten, noch Banken bleiben verschont. Eine geringere Bonität bedeutet aber auch, dass es teurer und schwieriger wird, Kredite aufzunehmen und so fallen weitere potentielle Schuldner weg, was die Situation zusätzlich verschärft.
Die Währung kann nicht erhalten und auf eine stabile Grundlage gestellt werden – egal, welche Maßnahmen gestartet werden, um den Zusammenbruch hinauszuzögern und welche Summen dafür von denen aufgebracht werden, die noch als kreditwürdig gelten.
Doch was geschieht dann mit Europa? Wird es wieder auseinanderbrechen zu politisch „unabhängigen“ Staaten mit eigenen Währungen oder wird sofort eine neue europäische Währung eingeführt? Was auch immer kommen mag, es wird gewiss wieder nicht im Sinne der meisten Menschen sein, sondern wieder nur einer kleinen Gruppe mächtige rund einflussreicher Personen dienen. Dabei wäre der Zusammenbruch die Gelegenheit, zukünftig auf ein Geldsystem zu setzen, das keinen Wachstumszwang mit sich bringt und dass es verhindert, dass wenige Menschen ohne zu arbeiten immer reicher werden, während unzählige Menschen, die hart arbeiten, immer ärmer werden.

Sprachverlust

In einem großen Hypermarkt warf ich neulich einen Blick in die Spielzeugabteilung um zu sehen, wie sich die Spielsachen im Laufe der Zeit verändert haben. Vieles ist ähnlich geblieben. Die bunten Systemsteine aus Plastik, die ich in meiner Kindheit zu immer neuen Gebilden zusammengesteckt habe, gibt es zum Beispiel immer noch. Aber im Gegensatz zu früher findet man in den zunehmend bunteren Kartons nicht mehr nur einfache Dinge aus dem Alltag, sondern immer häufiger Themen aus Filmen.
Besonders erschreckend finde ich aber die Tatsache, dass auf den Packungen und den eigentlichen Spielsachen fast ausschließlich englische Texte zu finden sind. Die Hersteller machen sich nicht einmal mehr die Mühe, ihre Produkte an den regionalen Markt anzupassen. Eine einheitliche, weltweite Sprache hat zwar in vielen Bereichen unbestreitbar große Vorteile gegenüber vielen verschiedenen Sprachen und Dialekten, aber regionale Eigenheiten haben auch einen gewissen Reiz. Die Regionalen Unterschiede werden durch die Weltweit operierenden Konzerne aber leider immer mehr vereinheitlicht und genormt, damit der Profit noch etwas höher ausfällt.

Danistakratie

Danista ist das lateinische Wort für Wucher. Die Danistakratie ist die Herrschaft des Wuchers. Doch was ist Wucher? 20 Prozent Zinsen würde vermutlich jeder – der sie zahlen muss – als Wucher ansehen. Aber auch 1 Prozent oder 0,5 Prozent Zinsen kann man als Wucher ansehen, denn Zinsen sind ein Einkommen, für das derjenige, der die Zinsen erhält nicht arbeiten muss. Wenn jemand Geld erhält ohne dafür zu arbeiten (beispielsweise durch ein Zinseinkommen), müssen andere arbeiten, ohne dafür Geld zu bekommen. Aber schon der Begriff „Zinsen“ ist sehr vage. Gemeinhin wird nicht differenziert, wenn man von Zinsen spricht. Hat man bei einer Bank einen Kredit aufgenommen, zahlt man nicht nur Zinsen, sondern durchaus auch einen Inflationszuschlag, eine Ausfallrisikoprämie und gegebenenfalls noch weitere Zuschläge. Trotzdem spricht man gewöhnlich nur über die Zinsen.

Über dies und vieles mehr hat Andreas Popp am 10.09.2011 einen Vortrag an der Universität in Mannheim gehalten. Dieser kann auf der Website von Herrn Popp angesehen und heruntergeladen werden:

http://www.wissensmanufaktur.net/danistakratie

Energieverschwendung

  • Wenn ein Vertreter zu einem Geschäftsessen von Frankfurt nach Berlin fliegt, ist das in Ordnung und keine Energieverschwendung.
  • Wenn ein Millionär einen Flug ins Weltall bucht, ist das in Ordnung und keine Energieverschwendung.
  • Wenn ein Tourist in die Karibik fliegt, um unter der gleichen Sonne zu liegen, die auch hier scheint, ist das in Ordnung und keine Energieverschwendung.
  • Wenn ein Arbeitnehmer jeden Morgen 100 Kilometer zur Arbeit fährt und am Abend die gleiche Strecke zurück, ist das in Ordnung und keine Energieverschwendung.
  • Wenn sich im Supermarkt ein offenes Kühlregal an das nächste reiht, ist das in Ordnung und keine Energieverschwendung.
  • Wenn tonnenweise Lebensmittel von Südamerika oder Afrika importiert werden, anstatt regionale Produkte zu verkaufen, ist das in Ordnung und keine Energieverschwendung.
  • Wenn Produkte dahingehend entwickelt werden, frühzeitig kaputt zu gehen und bald ausgetauscht werden müssen, ist das in Ordnung und keine Energieverschwendung.
  • Wenn weltweit operierende Elektronikkonzerne keine Reparaturen mehr durchführen, sondern bei einem kleinen Defekt gleich ein neues Gerät zurückschicken, ist das in Ordnung und keine Energieverschwendung.
Aber wehe, jemand möchte an einem kalten Winterabend ein Buch im wollig warmen Licht einer Glühlampe lesen, anstatt sich unter eine kaltweiße flackernde Leuchtstoffröhre zu setzten. Wer das wagt, ist ein Energieverschwender, wie ihn die Welt noch nicht gesehen hat!