Wachstum ist nicht die Lösung

Ein System, das in einer begrenzten Welt auf unbegrenztes exponentielles Wachstum setzt, muss früher oder später zusammenbrechen. Nun gut, eher früher, da ich von exponentiellem, also beschleunigtem, Wachstum sprach. Die Mainstream-Medien haben das mittlerweile auch erkannt, üben sich aber gleichzeitig in der Fähigkeit des „Doppeldenk“. Unter dem von George Orwell eingeführten Begriff versteht man die Fähigkeit, in seinem Denken zwei widersprüchliche Überzeugungen aufrechtzuerhalten und beide gleichzeitig als wahr zu akzeptieren.[1]

So schrieb der Stern kürzlich:

Dabei ist Wachstum dringend nötig, wenn überhaupt noch ein Weg aus dem Schuldturm führen soll. Realistisch ist das ohnehin nicht: Bei jeweils zwei Prozent Wachstum, Budgetüberschuss und Zinsen bräuchte Griechenland von 2015 an 57 Jahre, um wieder die Maastricht-Kriterien zu erfüllen. Die USA benötigten 22 Jahre und Deutschland immerhin 13. Selbst wenn das Wachstum dauerhaft bei wenig wahrscheinlichen drei und der Haushaltsüberschuss bei vier Prozent läge, würde Griechenland erst in 22 Jahren das Maastricht-Examen bestehen.[2]

Quelle: Der Stern
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Die Aufgabe des Fußballfans

Wenn Sie wissen möchten, was die Aufgabe eines Fußballfans ist, betrachten Sie einfach nachfolgendes Bild, das den spanischen Nationaltrainer bei einer Pressekonferenz zeigt:

FussballWerbung

Fällt Ihnen etwas auf? Die Aufgabe des Fußballfans ist es, zu konsumieren. Nein, nicht so sehr den Sport, sondern viel mehr die Werbung, die damit verbunden ist:

FussballWerbung

Um den Trainer herum ist eine ganze Menge zu sehen – und zwar eine ganze Menge Werbung. Die Wand ist mit Werbung gepflastert. Auf seinem Trikot ist Werbung für den Hersteller. Auf dem Tisch stehen schön drapiert mehrere Flaschen und werben für das jeweilige Getränk. Und weil das noch nicht reicht, ist vor dem Trainer ein Bildschirm aufgebaut, der ständig wechselnde Werbung einblendet. Offensichtlich erzählt der Mann nur deshalb etwas, um den Menschen einen Grund zu geben, sich die Werbung anzuschauen.


Weiterführende Informationen:

taz verpixelt Werbung auf Sportfotos

Propaganda der Atomlobby

Ich stimme zu

So lautet die Schaltfläche auf der Seite http://www.energiezukunftdeutschland.de/.[1] Darunter wird die Anzahl der Befürworter eingeblendet, die bereits zugestimmt haben: derzeit 15087 Personen. Allerdings muss man sich gegebenenfalls etwas mit der Seite beschäftigt haben, um diese Schaltfläche zu sehen. Sie ist relativ weit unten und auf kleineren Monitoren erst zu sehen, wenn man ein Stück nach scrollt. Gehen wir also zunächst wieder nach oben. Dort verkündet ein Schriftzug über einem horizontalen Balken in den Farben der deutschen Flagge, dass es sich um einen energiepolitischen Appell handelt. Ein wahrer Eye-Catcher, der Seriosität ausstrahlt. Auch die Webseiten der Bundesregierung sind mit einem solchen Balken geschmückt. Dort ist er jedoch vertikal angebracht. Die Ähnlichkeit ist dennoch sehr deutlich. Das Wort Appell begründet sich auf das lateinische Wort appellare und bedeutet so viel wie „anreden“, bzw. „auffordern“. Jetzt wird so manch ein Leser neugierig geworden sein und weiter lesen um zu erfahren, um was es eigentlich geht. Eine verständliche Zusammenfassung liefert ein kurzer Textabschnitt, der sogar noch vor der Überschrift (der Slogan) steht:

Deutschland steht vor einer zentralen Zukunftsfrage: Wie sieht eine sichere, saubere und bezahlbare Energieversorgung aus? Es gibt keine einfachen Antworten. Wir brauchen Offenheit für neue Technologien, aber auch Vertrauen in bewährte Versorgungs- und Industriestrukturen. Und wir brauchen Mut zum Realismus – um die richtigen Leitplanken für die Zukunft zu setzen. Darauf kommt es aus unserer Sicht jetzt an:
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Staatsbürgschaft für Luxusliner

Laut der Zeitschrift Focus ist seitens der Bundesregierung geplant, Bürgschaften über 1,6 Milliarden Euro für den Bau zweier luxeriöser Kreuzfahrtschiffe zu übernehmen.[1] Der Auftragswert pro Schiff beträgt 600 Millionen Euro, macht insgesamt 1,2 Milliarden Euro. Warum die Bürgschaft so hoch ist, dass man fast noch ein dritte Schiff davon bauen kann, ist mir rätselhaft. Ebenso wie die Begründung. Natürlich möchte man nicht zusehen, wie ein Auftrag an ein anderes unternehmen vergeben wird. Ob aber der Auftrag tatsächlich so lukrativ ist, wie behauptet, wage ich zu bezweifeln. Ein großer Teil der Kosten für das Schiff wird für das Material aufgewendet werden müssen. Deutschland ist bekanntlich nicht sehr reich an Rohstoffen, folglich wird dieses Geld direkt ins Ausland abfließen um die nötigen Materialien einzukaufen. Maschinen, Elektronik und Ausstattung der Schiffe wird gewiss ebenfalls von anderen Teilen der Welt stammen. Auch dafür ist das Geld schnell über die Grenze. Die wahrscheinlich nicht unerheblichen Gewinne der Werft werden dann vermutlich auf den Konten der Vorstände und vielleicht auch der Investoren verschwinden. Auch das Geld ist für die Allgemeinheit verloren. Lediglich der Lohn für die Werftarbeiter ist der Allgemeinheit tatsächlich von Nutzen. Die Mitarbeiter werden nämlich einen großen Teil ihres Einkommens wieder ausgeben müssen, um das Leben zu bestreiten. So ist zumindest dieses Geld im Land in Umlauf und kann zum Handeln genutzt werden.
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